1. ÄP – Examen Frühjahr 2010

Kategorien: Physikumsvorbereitung.

Titel: 1. ÄP – Examen Frühjahr 2010 (1. Auflage)
Autor: Andrea Drechsel-Buchheidt, Claus T Emmig, Klaus Golenhofen, Sebastian Huss, Andreas Jerrentrup, Erich Kasten, Ronald Zech
Verlag: Thieme
Preis: 24,95 EUR
Seitenzahl: 144
ISBN: 3131545615
Bewertung:

Inhalt

In der „Schwarzen Reihe“ werden jedes Jahr aktuelle Physikumsfragen gesammelt und kommentiert. Es gibt sie in einzelnen Bänden nach Fächern sortiert und nach Physika sortiert, das heißt also: immer ein Physikum pro Band. Diese Rezension bezieht sich auf die Ausgabe „Examen Frühjahr 2010“.Das Buch gliedert sich in einen Fragen- und einen Kommentarteil. Wie zu erwarten, sind im Fragenteil die Fragen des Physikums vom Frühjahr 2010 zu finden, allerdings ohne die aus der Wertung genommenen Fragen, da diese (laut den Autoren) nicht veröffentlicht werden dürfen. Dies verwundert, da sie sich zum Beispiel beim „Thieme Examen Online“ Angebot ohne Probleme finden lassen.Die Fragen sind nach Fächern und dementsprechend nach Tag 1/Tag 2 sortiert. Wie in der Prüfung selbst, sind Worte wie „nicht“ und „kein“ (hier durch Unterstreichung) extra hervorgehoben.In einigen Fächern wird durch kleine Quadrate (zwei Qq.: sehr wichtig, 1 Q.: wichtig) die Prüfungsrelevanz der Inhalte der einzelnen Fragen im Fragenteil markiert. Allerdings lässt dich über die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme streiten, da dadurch schon ein Hinweis auf die erfragten Zusammenhänge gegeben wird zwei Quadrate würden eher auf grundlegende Zusammenhänge hindeuten, kein Quadrat auf eher abwegige Fakten. Eine (vor allem durch alle Fächer gehende) Markierung im Kommentarteil hielte ich hingegen für sinnvoll.In der Fußzeile jeder Seite sind kurz die korrekten Antworten auf die Fragen der Seite genannt, man kann so also sowohl schnell die Lösungen nachgucken, als auch diese Zeile verdecken oder schwärzen und sich die Lösungen erst mit den Kommentaren anschauen. Die Bildbeilage für die Anatomiefragen findet sich, wie in der Prüfung, auf Extraseiten am Ende des Fragenteils.Man hat also, wenn man sich die Schnellantworten in der Fußzeile wegdenkt oder schwärzt, mit dem Fragenteil einen realistische Fragenpräsentation wie im Physikum.Im Kommentarteil des Buches findet sich zu jeder Frage ein ausführlicher Kommentar vom jeweiligen Autor der sonst fächerweise sortierten Fragensammlungen. Hierbei wechseln die Qualität der Erklärung und auch der „Ton“ des jeweiligen Kommentators von Fach zu Fach. Bei einigen Fragen wird auch noch explizit auf die Trennschärfe oder gute Distraktoren hingewiesen. Dies kann auch helfen, die Art der Fragestellung durch die IMPP-Schergen weiter zu durchschauen.

Didaktik

Es ist bekannt, dass durch das wiederholte Üben mit Multiple-Choice-Fragen bestimmte Fähigkeiten bei der Wissenswiedergabe vernachlässigt werden – ein erklärendes Wiedergeben von Zusammenhängen kann in dieser Form weder geübt noch geprüft werden. Dies ist allerdings eher ein Validitätsproblem der schriftlichen Physikumsprüfung denn eine Kritik an der Didaktik dieses Buches. Denn auf die stumpfe Beantwortung von Multiple-Choice-Fragen kann man sich mit dem Üben derselbigen natürlich sehr gut vorbereiten – so wie es seit Jahren geschieht.

Hierbei ist die Präsentation der Fragen in Form eines kompletten Examens noch gesondert hervorzuheben. Ich persönlich nutzte dies, um mir zum Ende des Physikumsmarathons einmal die Prüfungssituation zu simulieren, was beim fächerweisen Lernen nicht oder nur schwer möglich ist. Dafür eignet sich vor allem diese Fragensammlung in analoger Form, da bisher die Physikumsprüfung noch nicht am Computer bestritten wird.

Preis/Leistung und Fazit

Der Preis mit 24,95€ für so ein kleines Heft nicht ohne Vorsicht zu genießen. Allerdings ist man mit den restlichen fächerweisen Bänden der Schwarzen Reihe auch schnell bei über 100€ ich würde deswegen als Ergänzung zum Kreuzen mit einem Online-Angebot empfehlen, das letzte aktuelle Examen in dieser schriftlichen Form zu bearbeiten. Wenn man sowieso schon immer auf Papier kreuzt, macht es in meinen Augen keinen großen Unterschied, ob man das letzte Examen noch einzeln bearbeitet.