Gynäkologie und Geburtshilfe in 5 Tagen

Kategorien: Frauenheilkunde.

Titel: Gynäkologie und Geburtshilfe in 5 Tagen (1. Auflage)
Autor: Maass, Schiessl
Verlag: Springer
Preis: 24,95 EUR
Seitenzahl: 231
ISBN: 9783642204098
Bewertung:

Inhalt

Das Lehrbuch „Gynäkologie und Geburtshilfe in 5 Tagen“, von Maass und Schiessl ist 2012 in der ersten Auflage im Springer Verlag erschienen. Es umfasst 231 Seiten plus Inhaltsverzeichnis.

Diese 231 Seiten sind in 5 große Teile gegliedert, die jeweils den Lehrinhalt für einen Tag darstellen sollen. Je nach Umfang der einzelnen Bereiche, die pro Tag abgehandelt werden sollen, schwanken die einzelnen „Lerntage“ zwischen 1 und 8 kleineren Unterpunkten. Die genaue Aufteilung ist wie folgt:

 

Tag 1: Allgemeine Gynäkologie (z.B. entzündliche Erkrankungen, Endometriose etc) (Seite 1-26)

Tag 2: Gynäkologische Onkologie, Lageveränderungen des Genitals und Harninkontinenz, Gynäkologische Endokrinologie (Seite 27-76)

Tag 3: Reproduktionsmedizin bis Schwangerenvorsorge, mit den Unterpunkten Prinzipien der Kinderwunschbehandlung, Gynäkologische Erkrankungen bei Neugeborenen, Säuglingen, Kindern uns Adoleszenten mit Handlungsbedarf, Kontrazeption, Hormonersatztherapie, Gynäkologische Psychosomatik, Notfälle in der Gynäkologie, Frühschwangerschaft und Schwangerenvorsorge (Seite 77-132)

Tag 4: Schwangerschaftspathologien (Seite133- 198)

Tag 5: Geburt (Seite 199- 231)

 

Diese Aufteilung ist relativ gleichmäßig, aber natürlich ist es jedem selbst überlassen, ob man die Aufteilung für sich so beibehält, oder lieber dem eigenen Lernrhythmus anpasst. Machbar ist jeder einzelne Tag auf jeden Fall, auch wenn Tag 3 schon alleine von der Seitenanzahl deutlich den größten Anteil, dafür inhaltlich eher nicht die ganz komplexen Themen hat, wie zum Beispiel Schwangerschaftspathologien.

Besonders schön finde ich inhaltlich, dass obwohl es ein Kurzlehrbuch ist, ein für den klinischen Alltag besonders wichtiges, aber in der Lehre gerne vernachlässigtes Thema wie „Gynäkologische Psychosomatik“ aufgegriffen wird.

Didaktik

Insgesamt ist das Buch inhaltlich sehr knapp gehalten. Auf Grafiken, Bilder Tabellen oder Ähnliches wird komplett verzichtet. Auch hat man häufig keine Fließtexte sondern Stichpunkte, um alles so komprimiert wie möglich zu erfassen. Das hat Vor- aber auch Nachteile, je nachdem wie sehr man sich für Gynäkologie interessiert. Wenn man ein grundlegendes Interesse an dem Fach hat, ist es als alleinige Lektüre nicht geeignet, da sehr häufig Erklärungen oder Hintergrundinformationen fehlen, so dass es schwierig ist, sich ein eigenes Grundverständnis der Materie anzueignen. Alleine beim Thema gynäkologische Endokrinologie fehlen genauere Erklärungen zu den Funktionen und dem Zusammenspiel von LH und FSH, was es dann später schwieriger macht, die Pathologien zu verstehen, die aus einem Missverhältnis entstehen können.

Andererseits, zum kurzfristigen Wiederholen, oder „Gyn-in-den-Kopf-kloppen“ ist es natürlich von Vorteil, wenn auf weitschweifige Erklärungen verzichtet wird, und das Hauptaugenmerk auf den auch Prüfungsrelevanten Fakten liegt.

Eine sehr angenehme Kleinigkeit dieses Buches findet sich im Seitenrand. Und zwar ist auf jeder Seite ein freier Rand für „Eigene Notizen“ gelassen. Das finde ich persönlich eine sehr nette Idee, dass man sich die wichtigsten Sachen oder Fragen die offen geblieben sind, eben an den Rand notieren kann, so ist es einfacher, gerade in einer stressigen Prüfungsvorbereitungsphase, seine Notizen mit dem Inhalt des Lehrbuchs abzugleichen, oder, wenn einem auf Grund der Kürze des Buches an der einen oder anderes Stelle doch noch was fehlt, kann man es eben an anderer Stelle nachschauen, und im Buch ergänzen.

Preis/Leistung und Fazit

Mit 24,95€ liegt der Preis des Buches im unteren Bereich, bzw. im Normalbereich für Kurzlehrbücher, und ist auf jeden Fall vertretbar.

Hat man allerdings ein wirklich grundlegendes Interesse an dem Fach Gynäkologie, würde ich das Buch nicht empfehlen, sondern lieber ein paar Euro mehr in ein breiter aufgestelltes Buch investieren.

Für kurzes, zielorientiertes Lernen, wenn man damit leben kann, manche Sachverhalte einfach zu akzeptieren, ohne die genauen Erklärungen zu haben, ist es okay.