Anamnese und Untersuchung pocket

Kategorien: Allgemeinmedizin, Examensvorbereitung und Innere Medizin.

Titel: Anamnese und Untersuchung pocket (3. Auflage)
Autor: Boris Kiesewalter
Verlag: Börm Bruckmeier Verlag
Preis: 14,95 EUR
Seitenzahl: 211
ISBN: 3898622894
Bewertung:

Inhalt

Wer es kurz haben will, liest ein Kurzlehrbuch, wer es kürzer braucht, ein Buch aus der „Pocket“-Reihe vom Börm Bruckheimer Verlag.Mit diesem Buch lernen und auch noch gut damit wegkommen.Das ist wohl der Albtraum eines jeden echten Akademikers. Wenn das holde Wissen so runterdestilliert wird auf seine archaischsten Grundzüge, dass davon eigentlich nichts mehr übrig ist, als schwarze Stichwörter auf einem nicht mal DINA 5 großen Bogen leicht gräulichen Papiers.Was aber wenn es hauptsächlich auf praktisches Können ankommt.Eine Stichwortsammlung kann z.B. sinnvoll sein, wenn man bei einem bestimmten Ablauf nichts vergessen darf. Genau das ist bei einer körperlichen Untersuchung der Fall.Vor allem am Anfang, wenn man noch nicht so den Durchblick hat, welche Schritte wirklich obligatorisch sind und auf gar keinen Fall vergessen werden dürfen, und welche man je nach Symptomkonstellation auch getrost links liegen lassen kann. Da ist es doch gut, wenn man erst ein Mal alles macht und das geht am besten mit einer Stichwortliste. Nach dem Motto: „Check, abgehakt, jetzt den Bauch.“Warum das ganze jetzt als Pocket?Natürlich bringt es überhaupt nichts, wenn man im Patientenzimmer steht und erst mal sein Pocket rausholt, um zu sehen, ob man noch was vergessen hat.Da braucht man dann die Anamnese gar nicht mehr zu versuchen, da erzählt der Patient ja eh nichts mehr.Aber es ist natürlich gut, wenn man aus dem Zimmer raus ist, die eigene Qualität und Vollständigkeit anhand so eines Büchleins nachvollziehen zu können.

Didaktik

Zum Lernen bestimmter Techniken eignet sich das Buch freilich nicht. Das Komplexeste, was ich aus ihm ziehen konnte, war die Lage der Herzklappen. Aber wie genau man sie auskultiert oder worauf zu achten ist, war nur sehr oberflächlich ersichtlich.Es gab eher Erinnerungsanstöße zu den Techniken, die wir bereits im Studienhospital gelernt hatten. Wie etwas genau geht, muss man sich wohl doch aus einem etwas größeren Buch holen oder sich noch besser zeigen lassen.Ebenso sind die Bedeutungen die ein bestimmter Untersuchungsbefund haben kann, nur als Stichwörter aufgelistet. Erklärungen, warum ein bestimmtes Symptom pathognomonisch für eine bestimmte Krankheit ist, fehlen völlig.So geht es meiner Meinung nach wirklich nur um Wissensauffrischung, denn um –vermittlung.Das Buch ist gegliedert in einen kurzen Teil über Anamnese und einen langen Teil über die körperliche Untersuchung, wobei hier in Körperregionen und funktionelle Systeme (z.B. Abdomen oder Bewegungsapparat oder Nervensystem) gegliedert wurde. Das erleichtert das Auffinden der gesuchten Technik.Für absolute Anfänger ist noch ein Glossar angefügt, in dem Wörter wie Tremor erläutert werden.

Preis/Leistung und Fazit

Empfehlen kann man das Buch Anfängern in Körperlicher Untersuchung, die ab und an noch Erinnerungshilfen beim Durchführen von Anamnese und KU benötigen und ihr eigenes Vorgehen auf Vollständigkeit prüfen möchten.