Anatomie. Der fotografische Atlas

Kategorien: Anatomie.

Titel: Anatomie. Der fotografische Atlas (8. Auflage)
Autor: Rohen, Yokochi, Lütjen-Drecoll
Verlag: Schattauer
Preis: 89,99 EUR
Seitenzahl: 557
ISBN: 9783794529810
Bewertung:

Inhalt

Der bei Schattauer seit den 80er Jahren erscheinende „Anatomie. Der fotografische Atlas“ geht mit über 200 neuen Abbildungen in die bereits 8. Auflage. Nach einem Teil zur allgemeinen Anatomie gliedert er sich in ein sehr umfangreiches (überarbeitetes) Kopf/Hals-Kapitel sowie Kapitel zum Situs und den Bewegungsapparat.

Mit insgesamt über 1.200 Abbildungen wird die Anatomie auf eine etwas andere Art und Weise dargestellt als in den meisten anderen Atlanten. Fotografien von echten anatomischen Präparaten stellen die Verhältnisse unvergleichbar realitätsnah dar – besser geht es nur im Präpariersaal. Aber auch dort wird man eine Vielzahl ausgefallener Schnitte und anspruchsvoller Präparationen, wie man sie in diesem Atlas findet, nicht rekonstruieren können. Neben den erwähnten Fotografien findet man meist trotzdem noch Skizzen für Gelenke, Muskeln, Gefäße u.ä. bei den entsprechenden Präparaten. Auch finden sich hier und da MRT-Bilder, die die klinische Verknüpfung des Wissens schon ein wenig verdeutlichen.

Zu Versorgung, Innervation, Entwicklung und Funktion findet man in diesem Buch jedoch höchstens oberflächliche Informationen. Einen Atlas im „Lehrbuch“-Stil kann hiermit also nicht ersetzt werden.

Didaktik

Die Reihenfolge der Präparate ist sehr logisch aufgebaut. So werden bei den Knochen die einzelnen Bestandteile des Skeletts Stück für Stück zusammengesetzt, während die Präparation sonst meist von „außen nach innen“ abläuft. Die Beschriftung der Abbildungen erfolgt durch Nummern, die Legende findet sich auf der gleichen Seite und lässt sich gut abdecken. Das bringt nicht nur Ordnung in die Bilder sondern lässt sich auch gut zum Üben nutzen.

Die Bildunterschriften geben eine grobe Orientierung und skizzieren die unternommenen Schnitte und Schritte in verständlicher Art und Weise. Die Verknüpfung von Fotografien, qualitativ sehr ansprechenden Skizzen und MRT-Bildern ist sehr gut gelungen. Gleiche Motive in unterschiedlichen Darstellungsformen finden sich meist auf der gleichen (Doppel-)Seite. Gelegentlich kommen die Skizzenbeschriftungen kurzen Lehrtexten gleich. Diese sind zwar informativ, aber sehr oberflächlich gehalten.

Preis/Leistung und Fazit

90 Euro sind auf jeden Fall eine große Investition – besonders da der fotografische Atlas keinen der herkömmlichen Atlanten ersetzen wird. Trotzdem kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen, ob nun als realitätsnaher Begleiter im Präppkurs oder als eine Erinnerung an das dort gelernte. Denn auch die beste Zeichnung kann die Wirklichkeit nicht annähernd so gut einfangen wie diese Methode.