Atlas der Anatomie

Kategorien: Anatomie.

Titel: Atlas der Anatomie (5. Auflage)
Autor: Frank H. Netter
Verlag: Elsevier
Preis: 89,95 EUR
Seitenzahl: 532
ISBN: 3437416030
Bewertung:

Inhalt

Der Netter Anatomie Atlas ist einer der bestverkauften Atlanten in englischsprachigen Ländern – und das mit Recht. Auf rund 530 Seiten mit über 2000 Abbildungen schafft er eine herausragende Mischung aus sehr realistischen, handgemalten Zeichnungen und didaktisch wichtiger Übersichtlichkeit. Hier bemerkt man, dass F. Netter selbst nicht nur studierter Künstler, sondern auch Mediziner war, der verstand, was er zeichnete.Des Weiteren gibt es immer wieder radiologische Abbildungen, die den Zusammenhang zwischen Anatomie und Klinik hervorheben.

Praktisch ist vor allem, dass man hier in einem Band alle relevanten makroskopisch – anatomischen Felder abgedeckt hat und sich den Netter als Bildatlas und Nachschlagewerk auch unter den Arm klemmen und mit in den Präpariersaal nehmen kann.

Klar sollte man sich machen, dass es sich hier nicht um ein Lehrbuch im Sinne von ausführlichen Erläuterungen handelt. Der aus dem Englischen übertragene Atlas selbst besteht (besonders für die visuellen Lerntypen) nur aus beschrifteten Illustrationen.In dieser 5. Auflage findet sich jedoch zusätzlich ein Zugang zu der Internetseite „studentsconsult.com“ auf der sowohl weitere Bilder, als auch Videos und eine interaktive Anleitung für den Präparierkurs.

Weiterhin wirbt der Atlas mit einem „Bilingual Edition“ Aufkleber, was jedoch, bis auf die englischen Überschriften, nicht zum Tragen kommt.

Didaktik

In 8 Kapiteln mit sinnvoll gegliederten Unterkapiteln, stellt dieses Werk in äußerster Präzision dar, auf was es in der makroskopischen Anatomie ankommt. Die Kapitel selbst sind farblich unterlegt, was beim Suchen und der generellen Orientierung unterstützend ist. Die Untergliederung eines jeden Kapitels ist jeweils am Anfang erläutert und mit Seitenzahlen verstehen, was dabei hilft sich einen schnellen Überblick zu verschaffen. Eine kurze radiologische und gezeichnete Schnittbildreihe schließt jeweils die Kapitel Thorax, Abdomen und Becken- und Dammregion ab.

Aufgrund der detailreichen Zeichnungen sind viele Randbezeichnungen notwendig, die bei dem ersten Blick auf das Bild oft erschlagend wirken. Toll ist jedoch, dass man hier, im Gegensatz zu manch anderen Atlanten einmal alles auf einer Seite hat und sich anhand einer einzigen Abbildung ein gutes Stück weiter arbeiten und einen weitreichenden Überblick erarbeiten kann.

 

Unter anderem lassen sich hier einige „anatomische Schätze“ (wie die Apertura externa aquaeductus vestibuli) finden, die sowohl in Beschriftung, als auch Darstellung anderer Atlanten untergehen.

Besonders hervor zu heben sind die Schemazeichnungen der verschiedenen Hirnnerven, die in einem Bild darstellen, was ein Prometheus nicht mit Bild und Begleittext schafft. Die Nervenverläufe sind sehr ausführlich und zeigen einige Zusammenhänge auf, die sich selbst nach dem Lesen des Neuroanatomiewerks M. Trepel nicht vollkommen erschlossen hatten.

Preis/Leistung und Fazit

Der Netter Anatomie Atlas ist als „Einstiegswerk“ für die meisten Studenten wohl aufgrund seiner Detailverliebtheit eher ungeeignet. Für die weiterhin Interessierten, oder für die vertiefende Vorbereitung auf das Physikum, oder als „Vorpräp“, jedoch nicht schlecht, da hier gegebenenfalls das sogenannte „Sternchen-Wissen“ zwischen den Seiten verborgen liegt.

 

Wer primär nach einem guten Anatomie Atlas sucht, der Detailreich und präzise anatomische Strukturen darstellt, ist mit dem Netter mehr als gut beraten.

 

Für knappe 90€ bekommt man mit dem Netter ein Allroundtalent unter den Anatomie Atlanten, der, evtl. mit begleitendem Kurzlehrbuch, ein mehr als gutes Grundlagenwissen über die Anatomie gewährleistet.