Basiswissen Medizinische Statistik

Kategorien: Sonstige.

Titel: Basiswissen Medizinische Statistik (5. Auflage)
Autor: Christel Weiß
Verlag: Springer
Preis: 19,95 EUR
Seitenzahl: 354
ISBN: 9783642113369
Bewertung:

Inhalt

Basiswissen Medizinische Statistik – das klingt im ersten Moment nach dem absoluten Minimum und dennoch wird man als Mediziner wohl eher einen kritischen Blick auf ein solches Buch werfen. Schließlich ist es eher das unliebsame kleine Fach, dass man entweder noch für die Doktorarbeit verwerten kann oder nur für eine Klausur lernen muss. Da ist es dann nur zu gut, wenn man am besten ein kleines, farblich schmackhaft gemachtes Lernmittel zur Hand nehmen kann (im Münsteraner Fall ja dankbarerweise durch http://jumbo.uni-muenster.de/ gewährleistet). Für Verlage kommt erschwerend noch hinzu, dass Studenten durch „Basics“ und „Kurzlehrbücher“ aus anderen Fächern bestens verwöhnt sind und die Messlatte hoch legen.Hier kommt nun das kleine, handliche Taschenbuch von Christel Weiß daher und legt auf den ersten zehn Seiten gleich mal schnell die Marschrichtung vor: Ein motivierendes Vorwort, das an den Rest Gewissen der Mediziner appelliert („Es gibt keine gute Medizin ohne Biostatistik“ – siehe EBM etc.), ein kurzes, bündiges Inhaltsverzeichnis und schließlich die von Springer wohlbekannte Doppelseite mit Erläuterungen zum didaktischen Aufbau. – So gelingt der Einstieg schnell.Was danach kommt, hat es in sich – 326 Seiten, die kein Thema des kleinen Fachs auslassen – deskriptive und induktive Statistik werden ebenso behandelt, wie die Wahrscheinlichkeitsrechnung und die Epidemiologie (hier hat sich die Autorin noch eine Expertise hinzugezogen). Inhaltlich wird einem alles geboten, was man als Mediziner (ob Student oder Lehrstuhlinhaber) an Statistik benötigt. Netterweise wird das Werk dann auch noch durch einen 16-seitigen Anhang mit Tabellen zur Test-Auswertung und weiterführenden Internetadressen und Literaturempfehlungen, sowie einem Personen- und Sachregister ergänzt.

Didaktik

Aufgebaut ist dieses Lehrbuch logisch und sinnvoll, wie man es von einer Mathematikerin erwartet und aus fast allen Lehrbüchern oder -programmen zur Medizinischen Statistik kennt. Es gibt die vier großen Kapitel deskriptive Statistik, Wahrscheinlichkeitsrechnung, induktive Statistik und Epidemiologie, die in eben jener Reihenfolge abgehandelt werden.Der Einstieg ist sachte gehalten und glänzt traditionellerweise mit einem kleinen Ausflug in die Historie.Am Anfang der Kapitel findet man jeweils nochmal ein kleines (Kapitel-)Inhaltsverzeichnis, sodass immer einfach den Überblick behalten kann – die Struktur des Buches kann sich sehen lassen. Im Fließtext, der vor allem von den häufig gemachten Fehlern ausgeht, sind die zu erlernenden Vokabeln stets fett hervorgehoben, sodass man im Notfall auch Texte einfach überfliegen kann. Zudem finden sich hervorgehobene Querverweise im Text. Die zahlreichen Beispiele (zu jeder Formel eig. eins) sind durch graue Kästen hervorgehoben und liegen im Lesefluß (also nicht zum Rand abgedrängt). Wer Bedarf hat kann weiterhin in ebensolchen Kästchen Herleitungen zu einzelnen Formeln finden und sich etwas tiefer einarbeiten. Besonders schön jedoch ist, dass am Ende des Kapitels eine wirklich kurze, aber prägnante Zusammenfassung zu finden ist. So kann man vor allem die bereits gelernten „Vokabeln“ einfach und schnell, im Sinne eines Kurzlehrbuchs, wiederholen.Einziger Manko dieses Buches liegt in der Farbwahl, denn es kennt nur schwarz, weiß und grau…hier mag man sich dann doch eher wieder an ein trockenes und „eintöniges“ Fach erinnert fühlen.

Preis/Leistung und Fazit

Das Buch bringt es auf den Punkt – und das für 19,95 €. Das ist günstig und im Grunde das untere Preissegment der Medizinbücher. Vor allem ist es nicht nur ein einfaches Lehrbuch, dieses Buch dient tatsächlich dem Interessierten fürs ganze Leben. Es ist auch dank einfacher Gestaltung als Nachschlagewerk bestens geeignet. Dennoch sollte man sich immer auch der Tatsache bewusst sein, dass es fürs Medizinstudium nicht zwingend notwendig ist. Das Querschnittsfach lernt man dann doch meist ausreichend mit den Lehrangeboten der Unis.