Betriebliches Gesundheitsmanagement im Krankenhaus: Strukturen, Prozesse und das Arbeiten im Team gesundheitsfördernd gestalten

Kategorien: Public Health.

Titel: Betriebliches Gesundheitsmanagement im Krankenhaus: Strukturen, Prozesse und das Arbeiten im Team gesundheitsfördernd gestalten (1. Auflage)
Autor: Christian Schmidt (Herausgeber), Jens Bauer (Herausgeber), Kristina Schmidt (Herausgeber), Martin Bauer (Herausgeber)
Verlag: MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Preis: 69,95 EUR
Seitenzahl: 294
ISBN: 9783941468986
Bewertung:

Inhalt

Achtung: Dieses Buch ist nicht für Studenten geeignet! Ausnahme: Man liebt Gesundheitsökonomie. Oder: Man will dringend Chef werden und freut sich schon so sehr darauf, dass man die Assistentenzeit eigentlich gar nicht wahrnehmen will. Bitte liebe Studierende missversteht nicht den Rezensenten. Dieses Buch ist nicht schlecht! Es ist sogar ziemlich gut.

Übersichtlich geschrieben, gut gegliedert, von erfahrenen Autoren verfasst.

Aber es spricht uns nicht als Zielgruppe an.

 

Das Textbuch „Betriebliches Gesundheitsmanagement im Krankenhaus“ herausgegeben von C. Schmidt, J. Bauer, K. Schmidt und M. Bauer von der Medizinisch Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft führt als Leitsatz auf dem Klappentext „Gesundheit fördern – Motivation steigern – Potentiale nutzen“ an. Es möchte einen auf das „stationäre Setting“ zugeschnittenen „Überblick über betriebliches Gesundheitsmanagement“ geben und konzentriert sich dafür besonders auf Möglichkeiten der Prävention. Das Buch zielt darauf Gesundheitsmanagement als „integralen Bestandteil der Unternehmensführung“ dem Leser zu vermitteln und „Mitarbeiter-Motivation als Schlüsselqualifikation für wirtschaftlichen Erfolg“ zu etablieren.

Das sind alles böhmische Dörfer für Dich? Macht nichts, für mich auch. Mir als Studenten ohne praktische Arbeitserfahrung geschweige denn Erfahrung auf dem Gebiet der Betriebsführung kann ich die hier geschilderten Problembereiche zwar nachvollziehen, aber jetzt ein ganzes Buch darüber zu lesen, finde ich wegen nicht vorhandenem Anwendungsbezug recht schwierig. Es erschließt sich mir logisch, dass die „Reduktion von Stressoren“ in Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz die Gesundheit fördert und dadurch letztendlich ein wirtschaftlicheres Arbeiten ermöglicht, aber ich bin ja noch nicht in diesen Konflikt involviert und möchte ihn auch solange wie es geht verdrängen. In meiner momentanen Situation kommt es mir sogar wie ein Armutszeugnis vor: Dass es ein Buch geben muss, dass einen Geschäftsführer von der Wirtschaftlichkeit der Gesundheit seines ihm zugeordneten Personals überzeugen muss. Das allein suggeriert ja schon, dass man als angestellter Arzt eigentlich ausgebeutet würde und auch wird, sofern der Geschäftsführer nicht skandinavischen Idealen in Hinblick auf Personalführung entspricht oder ein Gutmensch ist oder eben von der Wirtschaftlichkeit überzeugt wurde.

Effizienz, Kosten-Nutzen-Relation, Wirtschaft, Baa. Das ist nicht meine Welt, aber vielleicht ja Eure.

Nun aber genug über den Kapitalismus genörgelt.

Didaktik

Das Buch bietet auf 294 Seiten einen guten und gut strukturierten Überblick in dieses Themengebiet. Es ist in fünf Abschnitte gegliedert: Grundlagen – Verhaltensprävention im Krankenhaus – Verhältnisprävention im Krankenhaus – Systemprävention im Krankenhaus – Potentiale des Gesundheitsmanagments.

Die einzelnen Kapitel sind jeweils von unterschiedlichen Autoren verfasst. Das Buch enthält nahezu keine Bilder und ist grundsätzlich in Schwarz- Weiß gehalten. Teils gibt es hervorgehoben markierte wichtige Stellen, die aber wenig systematisch gesetzt sind. Weiterhin findet sich ein Fazit am Ende eines jeden Kapitels, sowie Literaturhinweise und eine kurze Autorenbiografie.

Preis/Leistung und Fazit

Wie gesagt würde ich Studenten nicht zum Kauf dieses Buches raten, außer man ist aus irgendwelchen Gründen sehr interessiert an dem Thema. Mit 69,95€ ist das Buch weiterhin ziemlich teuer für knappe 300 Seiten ohne Farbe. Dies ist wahrscheinlich den vielen Autoren geschuldet. Dennoch möchte ich nicht generell vom Kauf des Buches abraten. Für den geneigten Leser ist es sicher sehr interessant. Es passt nur eben leider nicht in die  studentische Zielgruppe.