Crashkurs Pharmakologie

Kategorien: Pharmakologie.

Titel: Crashkurs Pharmakologie (3.. Auflage)
Autor: Claudia Dellas
Verlag: Elsevier
Preis: 29,99 EUR
Seitenzahl: 392
ISBN: 978-3437431821
Bewertung:

Inhalt

Als Repetitorium für das Hammerexamen konzipiert und zum Kurzlehrbuch abgewandelt findet sich der „Crashkurs Pharmakologie“ nun mit den neusten Substanzklassen in seiner 3. Auflage wieder. Inhaltlich findet sich eigentlich fast alles wieder, was man auch vom Aktories-Förstermann erwarten würde, nur halt in der Kurzfassung: Kaum Fließtext, in der Hauptsache stichpunktartige Niederschrift, gelegentlich Tabellen oder Abbildungen.Hier zeigt sich auch ein Nachteil es Crashkurses:Die Pharmakologie ist ein großes Lernthema der Medizin und nur schwerlich auf kleinem Raum zusammenzufassen. Konzipiert man folglich ein Kurzlehrbuch, erinnert das vom Umfang eher an ein gewöhnliches Lehrbuch. So umfasst der Crashkurs gute 370 Seiten mit einer Seitengröße vergleichbar dem „Welsch“ (Histologie). Hier findet man inhaltlich natürlich fast jeden Wirkstoff und nahezu alle Indikationen und unerwünschten Wirkungen wieder. Vermisst habe ich jedenfalls kein Thema.

Didaktik

Alleinautorin Claudia Dellas aus Göttingen hat mit dem „last minute-Pharmakologie“ bewiesen, dass sie das umfangreiche Fachgebiet auch auf engstem Raum effizient nahebringen kann. Beim Crashkurs ist das allerdings nicht so hervorragend gelungen.

 

Hier finde ich didaktisch einige Mankos:

 

Zuallererst sollte man sich mit dem Umfang auseinandersetzen. Meiner Ansicht nach ist selbiger hier zu groß geraten, sodass ein Zwischending von Lehrbuch und Kurzlehrbuch vorliegt. Bedauerlicherweise hat man scheinbar den ohnehin schon großen Raum, den das Buch im Regal einnimmt, mit dem Verzicht auf Abbildungen beschränken wollen. Auch Tabellen hätten gefühlt öfter Anwendungen finden können. Stattdessen werden oft eher lange und unübersichtliche Stichpunkte verfasst, die nur schwer für eine übersichtliche Wiederholung oder gar das gegenseitige Abfragen geeignet sind. Eine deutlichere grafische Trennung wäre wünschenswert, ebenso wie die Reduktion der zahlreichen Querverweise im Buch. Ständiges Blättern und suchen macht einfach keinen Spaß. Noch fataler sind die Randspalten und „keywords“, wie sie in den Benutzerhinweisen benannt werden. Während man in den Randspalten erstmal drei Stunden konsequentes Arbeiten mit dem Buch benötigt, ehe man die Abkürzungen für Pharmakokinetik, Indikationen etc. verinnerlicht hat, findet man als „keywords“ meist schlichtweg nur die Wirkstoffe oder gar Begriffe die anschließend auch keine weitere Erläuterung finden. Folglich benötigt man über dieses Buch hinaus mindestens eine weitere Quelle zum Erlernen des Stoffes – unnötig!

 

Während die klinischen Hinweise recht vielversprechend genutzt werden sind die ebenso markierten (aber schlecht von den „keywords“ abgrenzbaren) Merkkästen eher seltener anzutreffen und dann meist schlecht einprägsam formuliert. Zumeist erfordert es aufmerksames Lesen um das Niedergeschriebene überhaupt nachzuvollziehen.

 

Zuguterletzt hat man dann auch nur drei Farben, schwarz, grau und blau verwandt, um das Buch zu gestalten. Damit hat man dann auch das letzte bisschen Heiterkeit bei der Lektüre dieses Kurzlehrbuchs verhindert.

Preis/Leistung und Fazit

Der Preis von 29,95 € ist fair. Man erhält ein verhältnismäßig günstiges Lehrbuch mit umfangreichem Inhalt. Allerdings muss man große Abstriche bei der Didaktik machen und das ist für ein Lehrbuch einfach ein ausschlaggebendes Kriterium. Für die Prüfungsvorbereitung muss man sehr aufnahmefähig beim Lesen sein und das Lernen durch „einmal lesen“ für sich entdeckt haben. Wem diese Gabe nicht zuteil geworden ist, der sollte doch besser auf die umfangreichen Erläuterungen und Texte aus den großen Lehrbüchern oder das „last minute-Pharmakologie“ zurückgreifen, wenn die Grundlagen schon gelegt sind. Ansonsten wird man sich in dem eher eintönigen Buch eher die Zähne ausbeißen. Insbesondere dann, wenn die wenigen Erläuterungen im Crashkurs nicht ausreichen und man zusätzliche Quellen heranziehen muss, um etwas zu lernen. Den Zugang zur Pharmakologie wird dieses Buch nicht eigenständig eröffnen können!