Das „Gesetz über Patientenverfügungen“ und Sterbehilfe

Kategorien: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und Sonstige.

Titel: Das „Gesetz über Patientenverfügungen“ und Sterbehilfe (/. Auflage)
Autor: Rolf Coeppicus
Verlag: EcoMed Medizin
Preis: 19,90 EUR
Seitenzahl: 124
ISBN: 9783609164519
Bewertung:

Inhalt

Der Im EcoMed-Verlag erschienene Ratgeber zum „Gesetz über Patientenverfügungen“ und Sterbehilfe soll Pflegekräften und Ärzten einen vereinfachten Umgang mit dem am 1.9.2009 in Kraft getretenen „Gesetz über Patientenverfügungen“ und Stadien schwerer Krankheit ermöglichen. Autor Rolf Coeppicus versucht, den Leser sicher durch eine Landschaft mit teils ungewisser Rechtslage und teils widersprüchlichen Urteilsfindungen zu führen.

Didaktik

Coeppicus selbst ist ein Mann des Fachs – jahrelang war er am Amtsgericht Oberhausen vor allem im Betreuungs- und Unterbringungsrecht tätig und hatte auf diesem Wege auch Kontakt mit Entscheidungen über den Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen.Die 120 Seiten starke Lektüre wird dem Begriff „Ratgeber“ gerecht, in dem sie nicht durch Ausdrucksstärke, sondern vielmehr durch nüchterne Sachlichkeit auffällt. Zwar ist der Umfang des Buches geeignet, um an einem einzigen Abend einen Einblick in die Thematik zu bekommen, um den rechtlichen Kontext in allen Einzelheiten inhaltlich zu erfassen, bedarf es aber einem größeren Zeitaufwand.Das liegt weniger am Autor und seinem Schreibstil, denn der ist wissenschaftlich, sondern viel mehr an der unübersichtlichen Fülle an Urteilen und Einschränkungen, die trotz Schaffung gewisser gesetzlicher Grundlagen geblieben sind.So kann auch das Buch nur mit Hilfe von Fallbeispielen und bereits erfolgten gerichtlichen Auseinandersetzungen eine Hilfe für den Leser sein. Das Buch erfasst einige der geläufigsten „diffizilen Grenzsituationen“, wie der Klappentext verspricht, allein die aktuelle Rechtsprechung bietet aber längst nicht in jeder Situation eine für Ärzte wie Patienten eine zufriedenstellende Lösung, wie der Ratgeber deutlich macht.Coeppicus arbeitet stringent heraus, wann Ärzte und Pflegepersonal zum Beispiel bei Vorliegen einer unkorrekt formulierten Patientenverfügung Handlungsspielraum besitzen und wie solche Texte im Sinne des Patienten und seiner Angehörigen interpretiert werden können. Hier erweisen sich die zitierten richterlichen Entscheidungen zum „mutmaßlichen Willen“ des Patienten als äußerst hilfreich für die praktische Anwendung in der Klinik- oder im Rettungsdienstalltag.Angeschnitten werden auf diese Weise auch die Themen „Einwilligungsfähigkeit“, „freier Patientenwille“, sowie sich anschließend „Versorgungsvollmachten“ und Urteile zu immer wieder geschilderten Konfliktfällen zwischen Betreuern und Ärzten pro oder contra Fortführung einer Therapie. Auch das Thema Sterbehilfe schneidet der Autor in Grundzügen an.

Preis/Leistung und Fazit

Für sich stehend braucht dieses Buch keine Werbung, denn die rechtlichen Grundlagen zu Sterbehilfe, Patientenverfügungen und zum Behandlungsabbruch scheinen auf den ersten Blick so komplex, dass sie selbst Werbung genug für diesen Ratgeber machen. Wenn das Buch eine Botschaft gut vermittelt, dann die, dass es dringend gebraucht wird.Wer die Lektüre trotz trockener Sprache nicht scheut, kann aus dem Buch viele praktische Tipps zu den oben genannten Themengebieten ziehen, der Preis von 19.95 Euro für einen Softcovereinband und einen Umfang von 120 Seiten ist zwar recht hoch angesetzt, vielleicht aber verständlich in Anbetracht der Gründlichkeit der Autorenrecherche.