Der gute Arzt – Ein Lehrbuch der ärztlichen Grundhaltung

Kategorien: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin.

Titel: Der gute Arzt – Ein Lehrbuch der ärztlichen Grundhaltung (2. Auflage)
Autor: Klaus Dörner
Verlag: Schattauer
Preis: 39,90 EUR
Seitenzahl: 370
ISBN: 9783794522507
Bewertung:

Inhalt

Das Buch „Der gute Arzt“ von Klaus Dörner ist 2003 in der zweiten Auflage im Schattauer-Verlag erschienen. Das Buch kommt in der gebundenen Augabe mit dem Portrait „Dr. Gachet“ von Vincent van Gogh auf dem Cover sehr hochwertig daher und lässt schon ein wenig auf den Inhalt schließen. Ein betrübt dreinschauender Arzt, das Gesicht auf die Hand gestützt lässt auf eine nachdenkliche Lektüre schließen. In der Tat schreckt schon das Vorwort den philosophisch unerfahrenen Leser ab, gibt dabei aber den Rat, unverständliche Passagen einfach zu überlesen. Nun denn.Den Einstieg bildet das Kapitel „Sorge um mich selbst“, das unter dem Leitsatz „Sich aus fremden Leiden eigene Sorgen bereiten“ von Hippokrates steht. Hier wird die Sorge um sich selbst zur Grundvoraussetzung für das Sorgen um andere gemacht. Konsequenterweise befasst sich das zweite Kapitel mit dem Thema „Von der Sorge zur Verantwortung für den Anderen“, das mit einem Satz des vielzitierten Levinas beginnt: „Die Freiheit des Anderen kann niemals in der meinen ihren Anfang haben.“ Hier werden Vorstellungen vom Patienten als Fremdem und damit potenziell gefährlichem, dem Patienten als Anderem und daraus folgend zur ärztlichen Haltung bei der Erstbegegnung entwickelt. Diese ersten zwei Kapitel sind sehr Theorie-lastig und haben wenig Praxisbezug. Desweiteren stellen sie einige philosophische Theorien zur Thematik vor. Im dritten Kapitel wird erstmals auf die Arzt-Patienten-Beziehung eingegangen. Anschließend beschäftigt sich Dörner mit der Problematik der chronisch Kranken um dann auch die Beziehung zu den Angehörigen und dem sozialen Umfeld des Patienten zu betrachten. Kapitel 7 und 8 beschäftigen sich „Ärztlicher Selbstbegrenzung und Ärztlicher Selbstbefreiung vom Anderen her“.

Didaktik

Grundsätzlich entwickelt Dörner in seinem Buch einige Interessante Denkansätze, die häufig leider sehr kompliziert dargestellt werden. Zudem wiederholt er sich dabei sehr oft, was das Lesen sehr mühselig macht. Die ellenlangen Sätze tragen ebenfalls nicht zum guten und einfachen Verständnis bei.

Preis/Leistung und Fazit

Dieses Buch ist aufgrund seiner wichtigen Thematik durchaus lesenswert, dem philosophisch wenig Erfahrenen aufgrund seiner schwülstigen Sprache allerdings nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Dass dieses Buch für den Gegenstandskatalog nicht relevant ist, dürfte selbstverständlich sein. Der Preis von 39,90 Euro scheint angesichts der schieren Menge an Text angemessen.