Der gute Arzt

Kategorien: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin.

Titel: Der gute Arzt (2. Auflage)
Autor: Klaus Dörner
Verlag: Schattauer
Preis: 39,95 EUR
Seitenzahl: 370
ISBN: 3-7945-2250-8
Bewertung:

Inhalt

Dörner lockt mit dem Buch „der gute Arzt“ all diejenigen, die sich Gedanken um ihr auftreten als Arzt machen – was sich zugegebenermaßen fast jeder einmal macht.

Der Autor führt den Leser durch eine Fülle verschiedener Themengebiete, Wobei er von der Sorge um einen selbst auf die Verantwortung anderen gegenüber führt. Er vertritt unter anderem die Ansicht, dass zu einer guten Arzt-Patienten-Angehörigen-beziehung nicht die Empathie gehört, sondern dass der Arzt seine Beziehung zu anderen so zu gestalten hat, dass dieser sich selbst besser versteht.

Dörner geht auf den 11. September 2001 sowie auf biotechnische Entwicklungen in der Medizin ein. Er stellt das vitale Grundbedürfnis und das Bedürfnis nach Selbstbestimmung komplementär gegenüber und setzt sich kritisch mit der neuen Gesundheitsreform auseinander. Zum Schluss stellt er noch die ärztliche „Selbstbegrenzung“ und „Selbstbefreiung“ gegenüber.

Didaktik

Viele wirklich lange Sätze, zum Teil sehr anstrengend zu lesen, auch wenn Dörner eine hervorragende Sprachbeherrschung besitzt. Die Sätze ziehen sich zum Teil über halbe Seiten, auch wenn er angibt, die zweite Auflage etwas leserfreundlicher gestaltet zu haben. Manche Sachverhalte könnten wesentlich einfacher dargestellt werden, wären sie nicht so umständlich umschrieben.Sehr viele Querverweise und Zitate sorgen für massig Fußnoten, die auch schonmal eine halbe Seite in Anspruch nehmen können.

Preis/Leistung und Fazit

Schwierig, diesem Buch mit einer Bewertung gerecht zu werden, da man Dörners Position nicht unbedingt in allen Punkten gutheißen und unterstützen muss.

Für 40 Euro ist es ein Buch, was ihr euch nicht für das Studium, sondern für euer persönliches Interesse an dem Thema anschaffen solltet. Doch selbst wenn ihr ein „guter Arzt“ werden wollt, so würde ich euch ans Herz legen, eher ein Buch wie „Die verlorene Kunst des Heilens“ von Bernard Lown zu kaufen, damit werdet ihr wesentlich glücklicher, weil es nicht nur besser lesbar, sondern auch praxisnäher ist und zudem großen Konfliktstoff mitliefert.Es lassen sich eine Menge gute Reviews von Ärztezeitschriften und renommierten Zeitungen finden, nur leider scheinen diese Leute nur kurz quergelesen zu haben, bevor sie ihr Fazit schrieben. Schade. Für Ethikinteressierte dennoch eine nette Idee.