Die Anästhesie

Kategorien: Anästhesie.

Titel: Die Anästhesie (2. Auflage)
Autor: Hans Walter Striebel
Verlag: Schattauer
Preis: 199 EUR
Seitenzahl: 1808
ISBN: 9783794526369
Bewertung:

Inhalt

Der „Striebel“ ist eins der größten – und damit umfassendsten – Anästhesie-Bücher die ich kenne und schlägt sogar das (bisherige?) Standardwerk, den „Larsen“ hinsichtlich der „Mengenkriterien“ Gewicht, Format und Seitenzahl… also mit seinen über 1800 Seiten sicher kein Buch, das man „mal eben“ kurz vor der Klausur liest. Ohnehin ist ein Buch einer solchen Dimension eher interessant für diejenigen, die sich besonders für das Fach „Anästhesie“ interessieren und ggf. schon wissen, dass sie auch später hier tätig sein wollen – und natürlich besonders auch für diejenigen, die eine Facharztausbildung beginnen. Für diese Zielgruppen ist der Striebel, welcher in zwei Bänden herausgegeben wird, gemacht – und hier erfüllt der selbst die höchsten Ansprüche. Er geht inhaltlich weit über andere Lehrbücher des Faches hinaus – richtet sich aber gleichzeitig sind seiner Art und Weise zu erklären jederzeit an den Berufseinsteger. Die großen Vorteile dieses Buches liegen zum einen in seiner Praxisnähe, denn es bietet für jedwede Tätigkeit ausführliche Beschreibungen. Zum anderen gefällt mir auch das sehr ausführliche Kapitel zur „Anästhesierelevanten Nebenwirkungen“ hervorragend – hier werden alle internistischen Erkrankungen, die Auswirkungen auf die Arbeit des Anästhesisten haben können, ausführlich erläutert.

Didaktik

Im Bereich der Didaktik findet sich im „Striebel“ ganz viel Licht und ein paar kleinere Schatten: Besonders hervorzuheben und in keinem vergleichbaren Buch in dieser Form zu finden ist die äußerst umfangreiche Bebilderung der praktischen Tätigkeiten – so wird beispielsweise die Punktion der V. jugularis externa in einer Abbildung und 15(!) Fotos Schritt-für-Schritt erläutert. Diese Anleitungen sind auch aufgrund der Detailliertheit der Bilder hervorragend geeignet, Anfängern die mögliche Angst vor bisher unbekannten Methoden oder Verfahren zu nehmen. Auch die Texte im Striebel sind sehr angenehm geschrieben und erläutern auch komplexe Zusammenhänge hervorragend. Vor allem wird immer wieder auf „Kleinigkeiten“ hingewiesen, die gerade für Berufseinsteiger sehr wichtige Hinweise darstellen. So bleibt im Striebel  nichts von dem unerwähnt, was für „alte Hasen“ (und damit Buchautoren…) des Faches wie eine Selbstverständlichkeit wirkt und daher in anderen Werken zum Teil nicht erwähnt wird. Als Beispiel sei hier der Hinweis genannt, dass der ZVF bei spontan atmenden Patienten (im Gegensatz zu beatmeten) an den atemsynchronen Kurvengipfeln abzulesen ist.Dir angesprochenen „kleinen Schatten“ hinsichtlich der Didaktik bestehen in meinen Augen darin, dass die (naturgemäß oft langen) Texte an der ein oder anderen Stelle noch öfter durch „Hinweisboxen“ aufgelockert bzw. werden könnte bzw. besonders wichtige Fakten in Stichpunkten noch einmal betont werden könnten. Dies würde an vielen Stellen das Lesen einiger Seiten ersparen, wenn man „schnell etwas nachschlagen“ möchte.Als für ein Lehrbuch unüblich zu erwähnen ist die Tatsache, dass der Striebel durchgängig auf Hochglanzpapier gedruckt worden ist. Dies ermöglicht eine hervorragende Qualität der abgebildeten Fotos – hat allerdings den kleinen Nachteil, dass die Seiten etwas weniger griffig sind als aus anderen Büchern bekannt.

Preis/Leistung und Fazit

Ja, der Striebel ist ein teures, mit 199€ sogar ein sehr teures Buch. Aber für diesen Preis wird einem auch eine Menge geboten – vor allem auch eine Menge an Informationen, die man in dieser Form kaum andernorts findet. Daher kann ich das Buch – trotz seines hohen Preises – allen, die sich für die Anästhesie begeistern, voll empfehlen.