Die verlorene Kunst des Heilens: Anstiftung zum Umdenken

Kategorien: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin.

Titel: Die verlorene Kunst des Heilens: Anstiftung zum Umdenken (2. Auflage)
Autor: Bernard Lown (Autor), Helga Drews (Übersetzer)
Verlag: Schattauer
Preis: 39,99 EUR
Seitenzahl: 307
ISBN: 9783794523474
Bewertung:

Inhalt

Ein Kommentar:

Man sollte dieses Buch vielleicht einfach lesen, statt sich eine Buchbesprechung desselben anzusehen. Es ist nicht sehr lang (die Schrift ist relativ groß) – und definitiv lesenswert für jeden Mediziner bzw. Studenten, unabhängig von der Fachrichtung.

Wer trotzdem interessiert ist:

Obwohl Bernard Lown, Mitgründer der IPPNW (und dafür Träger des Friedensnobelpreises) & berühmter Kardiologe (Erfinder der Kardioversion) ein „typischer“ forschender Mediziner an einem Universitätsklinikum ist, so ist sein Buch insgesamt doch eine Warnung an die zu starke und zunehmende Abhängigkeit von Technologie der Medizin.

Der sehr passende Untertitel „Anstiftung zum Umdenken“ weißt schon auf das Wichtigste hin: trotz der Nutzen der modernen Medizin sollten die Ärzte (und alle anderen mit Patientenkontakt beschäftigte) nicht verlernen, wie man aufmerksam und offen auf einen Menschen zugeht, und viele Probleme in ihrer Entstehung bzw. ohne invasive bzw. intensive Therapie oder Maßnahmen beheben kann: indem man zuhört.

Die 2. Auflage enthält einen neuen Abschnitt zum Placebo-Effekt, in dem er Aufschlussreich über die (heilsame) Kraft von Placebo spricht und viele Studienergebnisse anschaulich und einfach verständlich darstellt.

Die Übersetzung ist zweifelsohne sehr gut gelungen, und auch dem geneigten Leser fällt nicht auf, dass es kein ursprünglich deutsches Buch ist.

Didaktik

Dies ist kein Lehrbuch!

Preis/Leistung und Fazit

Bevor man die 40€ für dieses Buch investiert, sollte man zuerst „House of God“ von Samual Shem (Stephen Bergman) gelesen haben. Danach gibt es verschiedene Bücher, die zum Kulturgut der Medizin(geschichte) gehören – das Buch von Bernard Lown (in der vorliegenden Übersetzung) ist sicherlich eins davon.

Auf den Punkt gebracht erklärt das Buch – aus Sicht eines berühmten Arztes (Kardiologe), Forschers und Vertreter der regulären Schulmedizin – warum so viele Menschen in pseudowissenschaftliche „komplementärmedizinische“ Bereiche abwandern. Würden die Ärzte von heute den Patienten so zugewandt sein wie von Lown indirekt & direkt gefordert, gäbe es sicherlich viel weniger Nachfrage und somit keinen Bedarf für Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin, Heilpraktiker, …