Differenzialdiagnose pocket

Kategorien: Allgemeinmedizin und Sonstige.

Titel: Differenzialdiagnose pocket (5. Auflage)
Autor: C. Sailer, S. Wasner
Verlag: Börm Bruckmeier Verlag
Preis: 14,95 EUR
Seitenzahl: 423
ISBN: 3898622800
Bewertung:

Inhalt

Wer es kurz haben will, liest ein Kurzlehrbuch, wer es kürzer will, ein Buch aus der „Pocket“-Reihe vom Börm Bruckheimer Verlag.Die kleinen Büchlein tauchen in so mancher Kitteltasche junger Assistenzärzte, PJler oder Famulanten auf und haben vornehmlich den Sinn Erinnerungshilfen in den riesigen Gehirnen des geplagten Telefonbuchlerners zu sein, damit man nicht den Überblick verliereDas Differentialdiagnose Pocket ist denkbar einfach, nämlich nach Alphabet geordnet. Es ist ein Symptomkatalog, in dem aufgelistet wird, was am Patienten für Befunde auffällig sein können. Unter den Symptomen stehen dann jeweils mögliche Krankheiten ebenfalls als Liste.Manchmal ist noch eine kleine Erklärung zu dem Symptom angefügt. Das Buch selbst wirbt gerade mit seinem enzyklopädischen Charakter, preist die Stolze Summe von 490 Leitsymptomen auf dem Klappentext und den großen Überblick den es bringt.Immerhin so muss man ihm (dem Buch) zu Gute halten ist das wirklich die einfachste Art sich in so einer langen Liste zurechtzufinden.Zum Lernen taugt das freilich nicht aber zum Nachschlagen – und dafür ist es ja gedacht– sehr wohl.Ein weiteres Plus ist die Übersicht über die Normal- und Referenzwerte. Diese sind jeweils in grau unterlegten Kästchen bei den jeweiligen Symptomen zu finden.

Didaktik

Wie geht man nun vor um etwas zu finden?Z.B. ST-Strecke: Als erstes habe ich unter „S“ gesucht. Da fand ich es nicht. Ich habe im Index nachgeschlagen und da gibt es „ST-Strecke.“ Im Buch ist es zu EKG zugeteilt, steht also unter „E“. Ich hätte nicht gedacht, dass ein alphabetischer Index in einem ohnehin alphabetischen Buch einen Sinn haben kann. Das hat mich eindeutig widerlegt.Bei „EKG“ werden alle möglichen Strecken und Zacken aufgeführt und was eine Veränderung derselben bedeuten kann. Außerdem gibt es einen Absatz über die Auswirkung von Kalium auf das EKG.Hier war ich etwas stutzig: Wenn ich einen Patienten mit Hyper/Hypokaliämie habe, dann schaue ich doch erst mal unter Kalium und nicht unter EKG. Der Index hilft mir hier leider nicht. Er verweist nicht auf den Kaliumabsatz bei EKG. Zum Glück gibt es bei „Kalium“ selbst einen Verweis zu „EKG.“ Trotzdem wäre eine Seitenzahl mehr im Index, dem Zurechtfinden hier wohl zuträglichWas aber nun die ST-Strecke betrifft. Es gibt unter ST-Strecke zwei Unterpunkte: ST-Hebung und ST-Senkung. Dazu stehen dann mögliche Diagnosen. Hier finde ich wären Häufigkeiten gut. Für einen jungen Arzt und ich denke, an selbige richtet sich das Buch wäre es Hilfreich, wenn wenigstens die häufigste Ursache markiert wäre. Dann würde man bei Hufgetrappel nicht immer nach Zebras horchen, sondern bei der wahrscheinlichsten Alternative anfangen zu suchen.

Preis/Leistung und Fazit

Fazit: Man muss sich bei solchen Sammlungen in Miniformat fragen, ob sie einem guten Smartphone und einer googlebegabten Persönlichkeit eigentlich irgendetwas vorraushaben? Ich meine, die Sache mit dem Kalium und dem EKG. Da kann man doch einfach beide Wörter in eine Suchmaschine eingeben, sei es im Internet oder beim EBook und hätte seine Antwort.Doch mit Krankenhaushänden ständig die MRSA auf seinem IPhone verteilen macht auf die Dauer auch keinen Spaß. Insofern: Ist es nicht netter so ein kleines Büchlein zu haben, das fast unkaputtbar ist und wo man sich wegen des niedrigen Preises keine Sorgen machen muss, ob es hält oder nicht?Ich finde, seine Robustheit spricht genau für den Verwendungszweck, der ja schon im Namen steckt. Das Pocket ist was für die Tasche.