Exaplan – Das Kompendium der Klinischen Medizin

Kategorien: Examensvorbereitung.

Titel: Exaplan – Das Kompendium der Klinischen Medizin (7. Auflage)
Autor: Hamid Emminger, Thomas Kia
Verlag: Urban & Fischer Verlag; Elsevier GmbH
Preis: 189,00 EUR
Seitenzahl: 2904
ISBN: 3437424645
Bewertung:

Inhalt

Der Exaplan stellt den Anspruch der Vorbereitung auf das 2.Staatsexamen zu dienen und gleichzeitig Lehrbuch für den klinischen Studienabschnitt zu sein.So sehr es als kompaktes Lehrbuch für das Hammerexamen viele Vorteile bietet, so wenig ist es zum Lernen für die Klinik geeignet. Zu wenig Details geben nur eine ungenügende Vorbereitung für die detailliebenden Klausuren des 2.Studienabschnitts, wobei die großen Fächer aber viel schlechter abschneiden als die sog. Aufbaufächer im 2. Band.Dies ist natürlich wiederum zum Lernen für die Prüfung – und das in 100 Tagen, wenn man nach dem inhaltlich perfekt passenden Lernplan von medilearn geht – von Vorteil. Man frischt durch das Wiederholen des Stoffes sein eigenes Wissen wieder auf, wodurch auch Details und Zusatzfakten wieder in Erinnerung gerufen werden. Zudem hilft das Buch natürlich, einen Lernplan aufzustellen und diesen einzuhalten ohne sich zu verzetteln, da bewusst inhaltliche Schwerpunkte gesetzt sind, die sich an den IMPP-Fragen der vergangenen Examina orientieren.

Didaktik

Der Exaplan ist mit 2900 Seiten aufgeteilt auf 2 Bände ein ziemlicher Hammer und sicherlich nicht zum Lernen für unterwegs geeignet.Der erste Band beinhaltet die großen Fächer, das Basiswissen in 12 Kapiteln. Dazu gehört insbesondere die Innere und die Chirurgie sowie Pathologie, klinische Pharmakologie, klinisch-pathologische Konferenz, Immunologie, Hygiene, Mikrobiologie, Anästhesie, ITS und Notfall, Bildgebung, Strahlenbehandlung und Strahlenschutz, Klinische Chemie und Humangenetik.Der zweite Band bietet dann Aufbau- und Zusatzwissen, zu dem die ganzen kleinen Fächer gezählt werden. Die letzten Kapitel sind nicht fächerbezogen. Ein Katalog mit Farbabbildungen (Krankheitsbilder, histologische Beispiele, pathologische Präparate, klinische Untersuchungen) ergänzt das bunte Fächerpotpourri. Zudem folgt zum Ende ein sehr ausführliches Sachverzeichnis, Laborwerte und Referenzbereiche und ein Abbildungsverzeichnis. Hilfreich ist auch, das es noch ein eigenes Kapitel „Leitsymptome von A-Z“ gibt. Darin wird noch einmal auf die körperliche Untersuchung in den einzelnen Fächern (Kardiologie, Neurologie, Orthopädie) eingegangen ergänzt durch (diesmal bunte) Abbildungen ähnlich denen im Pschyrembel, und Schemata zu Kraft,Dehnungszeichen, Reflexen etc. Die nach Fachgebieten sortierten Tabellen und Flussdiagramme sind hingegen speziell wegen der kontrastarmen Farbgebung unübersichtlich und die Farbwahl ist leider auch eher störend, denn hilfreich.Das Buch ist durchgehend dreifarbig gestaltet, nämlich in Schwarz-, Grau- und Blautönen. Dadurch wirkt alles sehr steril und motiviert nicht gerade zum Lernen. Zudem verfügt das Buch nur über sehr wenige, ebenfalls in drei Farben gehaltene Abbildungen, die teilweise leider auch nur von mäßiger Qualität bzw. wenig hilfreich sind. Das muss man jedenfalls sagen, wenn man andere Lehrbücher zum Vergleich heranzieht.Positiv hervorzuheben ist die systematische und klare Gliederung. Die Erkrankungen werden in den einzelnen Fachgebieten nach einem durchgehenden Schema beschrieben. So kann man auch selbst alle Fakten im Kopf gut sortieren und gewöhnt sich eine strukturierte Vorgehensweise für die Klinik an. Verweise machen das Nachschlagen bei fächerübergreifenden Themen einfach.Auch die Praxis kommt in dem Lehrbuch nicht zu kurz. Es werden klinische Untersuchungsmethoden beschrieben zu Beginn sowie am Ende des 2.Bandes im Kapitel „Leitsymptome“.„Merke“-Kästchen geben Impulse und erleichtern das Erlernen wichtigster Fakten zudem unterstützen sie die Setzung der Schwerpunkte auf die Fakten, die häufig geprüft werden oder auch das Grundwerkzeug des Arztes darstellen.Überall sind klinische Fälle eingestreut, was den Praxisbezug herstellt, sowie eine Vorbereitung auf die mündliche Prüfung gibt. Leider ist die Diagnose immer direkt in der Zeile unter der Schilderung des Falles, was die eigene Diagnosefindung stört.Zuletzt sei noch anzumerken, dass die Behandlung der Fächer in ihrer Ausführlichkeit doch sehr stark divergiert und nicht der derzeitigen Repräsentation der Fächer in den IMPP-Fragen entspricht. So ist die Neurologie z.B. sehr kurz gehalten, während die Ophthalmologie überrepräsentiert erscheint. So sollte man sich vor Lernbeginn überlegen, ob man insbesondere für die Neurologie nicht zusätzlich ein anderes Lehrbuch bemüht.Wie bei den Elsevier-Büchern üblich gibt es zusätzlich noch einen Online-Zugang zum Elsevier-Portal, über den neben zusätzlichen Inhalten und Verlinkungen zu Themen und Fächern, eine große Anzahl von IMPP-Prüfungsfragen zum Lernen zur Verfügung stehen.

Preis/Leistung und Fazit

Im Vergleich zur 6.Auflage scheint auf den ersten Blick nichts verändert zu sein. Stil und Kapitellänge sind gleich geblieben. Ob inhaltliche Fehler verbessert wurden, ist nirgendwo angegeben. Dafür ist aber der Preisunterschied zwischen beiden Auflagen, die mit nicht einmal einem Jahr Differenz erschienen, ist eklatant – vor allem für den studentischen Geldbeutel. (preislicher Unterschied von >60€)Insgesamt gesehen ist die Ausgabe von knapp 200 € für ein Buch, dass man wirklich nur für diese eine Prüfung nutzt, ein ganz schöner Hammer! Zumal das Buch noch nicht einmal besonders ansehnlich und schon gar nicht mit einer überzeugenden farbigen Gestaltung daherkommt.Leider sind auf dem Markt keine wirklichen Alternativen als Lernhilfe vorhanden.

Hilfreich ist der Exaplan bei derPrüfungsvorbereitung meiner Ansicht nach auf alle Fälle!