Funktionelle Embryologie – Die Entwicklung der Funktionssysteme des menschlichen Organismus

Kategorien: Anatomie.

Titel: Funktionelle Embryologie – Die Entwicklung der Funktionssysteme des menschlichen Organismus (4. Auflage)
Autor: Rohen, Lütjen-Drecoll
Verlag: Schattauer
Preis: 29,95 EUR
Seitenzahl: 188
ISBN: 3794528239
Bewertung:

Inhalt

Wie der Titel vermuten lässt, wird in diesem Lehrbuch die gesamte menschliche Embryologie abgehandelt. Aufgeteilt ist es in die folgenden vier Kapitel:

  1. Konzeption und Blastemzeit
  2. Keimblätter und Entwicklung des Embryonalkörpers
  3. Körperhöhlen und Organsysteme
  4. Kopfbildung

Zusätzlich wird in einer kurzen Einleitung auf wichtige Grundbegriffe eingegangen und im Anhang befinden sich stichpunktartige und tabellarische Zusammenfassungen des zuvor Gelesenen.

Didaktik

Ein großer Pluspunkt (und deswegen gleich an erster Stelle erwähnt) sind die vielen Grafiken und Bilder, die verwendet werden um die im Text beschriebenen Inhalte zu untermalen. Gerade in der Embryologie sind Grafiken von großer Bedeutung um sich verschiedene Stadien der Entwicklung leichter vorstellen und einprägen zu können. Die verwendeten Bilder sind farbig und vor allem einheitlich (in verschiedenen Bildern die gleiche Farbe für gleiche Strukturen) und sind in aller Regel gut auf die im Text beschriebenen Inhalte abgestimmt. Einziger Nachteil ist hier, dass sich Textinhalte und zugehörige Bilder oft auf verschiedenen Seiten befinden, sodass man nicht um häufiges Hin-und-her-blättern drum herum kommt.

Insgesamt weist das Lehrbuch eine in sich schlüssige und nachvollziehbare Gliederung in Kapitel und Unterkapitel auf. Innerhalb der Unterkapitel gibt es jedoch leider nur sehr wenige weitere Untergliederungen. Ich persönlich würde mir sehr viel mehr einzelne Absätze, mehr Einzelüberschriften und fettgedruckte oder farbig geschriebene/hinterlegte Textstellen wünschen. Hierdurch würde es einmal leichter werden bestimmte Textstellen wiederzufinden, des Weiteren würde dies frei nach dem Motto „das Auge isst mit“ das Lesen und Lernen vereinfachen, da lange monoton aussehende Texte doch eher abschreckend wirken.

Sehr gut umgesetzt wird eben dies jedoch schon in farbigen Kästen, die klinische Bezüge enthalten. Hier werden Fehlbildungen in Bezug auf die zuvor behandelten Entwicklungsstadien beschrieben, die einem, wie das immer so mit klinischen Bezügen ist, das Gefühl geben etwas Sinnvolles zu lernen. Hervorragend sind außerdem die zusammenfassenden Tabellen und Schemata, wobei ich mir auch hier der Übersicht halber (s.o.) noch mehr wünschen würde.

Preis/Leistung und Fazit

Insgesamt ist das Lehrbuch vor allem aufgrund der vielen Bilder sicherlich eine gelungene Darstellung der menschlichen Embryologie. Wer ein Lehrbuch möchte um aus generellem Interesse an der Thematik etwas zu lesen oder ergänzend zur Vorlesung etwas nachzuschlagen oder ein bisschen herumzustöbern ist hier sicherlich genau richtig. Zum wirklichen Lernen allerdings ist es meiner Meinung nach weniger geeignet. Obwohl es laut Vorwort ein „kurzgefasstes Lehrbuch der Humanembryologie“ ist, ist es für die Vorklinik und für das Physikum wohl zu ausführlich und da wie oben beschrieben die besonders wichtigen Inhalte nicht hervorgehoben sind, weiß man beim Lesen nie genau was wirklich relevant ist und was eher ergänzend sein sollte. Hinzu kommt, dass meiner Meinung nach 30 Euro für ein gut 170 Seiten langes Buch ein stolzer Preis ist. Da es hier aber nicht darum geht zu bewerten wie effizient man mit einem Buch für das Physikum lernen kann, kriegt die „Funktionelle Embryologie“ trotzdem drei Punkte von mir. Die Abstriche gibt es fast ausschließlich aufgrund der „Monotonie“ des Textes und des Preises, wobei ersteres natürlich individuell sehr anders bewertet werden kann. Gelesen werden sollte in diesem Zusammenhang außerdem die Rezension der dritten Auflage, die dem Lehrbuch vier Punkte zuspricht und Abstriche ausschließlich beim Preis macht.