Head and Neuroanatomy

Kategorien: Anatomie.

Titel: Head and Neuroanatomy (1. Auflage)
Autor: Michael Schenke, Erik Schulte, Udo Schumacher
Verlag: Thieme
Preis: 99,95 EUR
Seitenzahl: 412
ISBN: 9781604062960
Bewertung:

Inhalt

er Thieme Atlas of Anatomy: Head and Neuroanatomy enthält in umfassender Darstellung die Teile Kopf und Neuroanatomie in einem Band. Dies bietet sich ob der engen Verflechtung dieser Themen durchaus an. In zwei getrennten Abschnitten wird auf diese jeweils im Speziellen eingegangen. Dabei wird im Teil Kopf der Stoff in höchst sinnvoller Reihenfolge vermittelt. Die ersten Kapitel widmen sich den Schädelknochen, der Muskulatur, den Gefäßen und den Nerven, um diese dann in topographischer Anatomie zu einem Ganzen zusammenzuführen. Schließlich werden weitere Systeme in der Betrachtung ergänzt.Der Teil ZNS ist in seiner Gliederung konträr zum typischen Ablauf der Stoffvermittlung in der Neuroanatomie aufgebaut. Es werden vom Großhirn aus sukzessive die Strukturen des zentralen Nervensystems erläutert.

Didaktik

Teil Kopf: Dieser Teil des Buches wartet mit didaktisch wertvollen und sehr übersichtlichen Darstellungen auf, die ein erstes Verständnis der Anatomie vor allem durch die hier gute Gliederung des Stoffes erleichtern. Als problematisch ist dabei anzusehen, dass die Kapitel in sich schlüssig erscheinen, doch dass hier zwei Punkte vernachlässigt werden. Zum einen fehlt den jeweiligen Kapiteln eine Einleitung, die die entsprechende Thematik in kurzer verständlicher Sprache der Gliederung entsprechend wiedergibt und es erleichtern würde den Leitfaden in der Lektüre nicht zu verlieren, zum anderen bleibt die Topographie zu Ungunsten dieser didaktischen Aufbereitung auf der Strecke. Dies zeigt sich u.a. bei der Erläuterung der Hirnnerven, die dem Nervus trigeminus zwei Doppelseiten zugesteht und sich in diesem Falle nur auf reduktionistische Schemata der Topographie zurückzieht, ohne Verweise auf andere bessere Abbildungen zu liefern. Gleichzeitig fehlt an dieser Stelle auch im Gegensetz zum Rest des Buches eine griffige nicht-tabellarische Darstellung in einer Abbildung, wie diese von anderen Büchern geliefert wird. Es würde sich anbieten, die Topographie im Lehrbuch zu stärken und auch die dysfunktionellen Schnittbilder am Ende des Teiles Kopf, sowie Elemente wie die äußere Ohrmuskulatur, die klinisch und anatomisch faktisch keine Relevanz haben, durch topographisch aussagekräftigere Darstellungen zu ersetzen.Teil Neuroanatomie: Im Gegensatz zum ersten Teil dieses Bandes ist das Kapitel zum Nervensystem von der didaktischen Aufstellung her, wie erwähnt, dem typischen Ablauf der Stoffvermittlung des Themenkomplexes entgegengesetzt. Es dürfte sich daher schwierig gestalten, begleitend zur Vorlesung mit dem Atlas zu lernen. Als weitere Hürde bietet sich insbesondere der Mangel an Verweisen. Gerade die Neuroanatomie ist erst durch längere Stoffkenntnis in ihrer Komplexität und Interkonnektivität zu erfassen. Es ist hier, noch mehr als im Bereich Kopf essenziell, eine klare Gliederung und einen Leitfaden zu liefern und gleichzeitig den Studenten beim Lesen zum kontinuierlichen Wiederholen der Materie anzuregen. Es finden sich gute Darstellungen der Seitenventrikel, des 3. Ventrikels im Mediansagittalschnitt und des 4. Ventrikels bei Entfernung des Zerebellums. Die Abbildungen der Hirnnervenkerne sind in ihrer didaktischen Aufarbeitung jedoch in Bezug auf die Transversalschnitte verbesserungswürdig. Es bietet sich eine farbige Darstellung an.

Preis/Leistung und Fazit

Der Thieme Atlas of Anatomy: Head and Neuroanatomy bietet Abbildungen die gut und in ihrer didaktischen Aufbereitung kaum in einem vergleichbaren Buch ähnlich zielführend zu finden sind. Dem entgegen steht die teilweise diffus erscheinende Gliederung des Buches, sowie die je nach Anforderungen des Käufers die diskussionswürdige Stoffgewichtung. Es lohnt sich dieses Buch ob seines Preises nur zu erwerben, wenn man mit der deutschen Ausgabe vertraut und zufrieden ist und sein anatomisches Fachvokabular auch auf die englische Sprache ausdehnen möchte, da sich der Aufbau, mit Ausnahme des nicht integrierten Themas Hals, an den des Prometheus, Kopf, Hals und Neuroanatomie (2.Auflage) hält.