Herold Innere Medizin 2010

Kategorien: Innere Medizin.

Titel: Herold Innere Medizin 2010 (2010. Auflage)
Autor: Gerd Herold und Mitarbeiter
Verlag: Gerd Herold
Preis: 47 EUR
Seitenzahl: 941
ISBN: B002R080LC
Bewertung:

Inhalt

Der Herold ist ein Klassiker. Er wird jedes Jahr aktualisiert und somit immer wieder auf den neusten Stand gebracht. Die einzelnen internistischen Krankheitsbilder werden sehr übersichtlich dargestellt und an Vollständigkeit fehlt es dem Herold keinesfalls. Die Einteilung der einzelnen Krankheitsentitäten folgt diesen Themenkomplexen: Hämatologie, Kardiologie, Pneumonologie, Gastroenterologie, Wasser- und Elektrolythaushalt, Nephrologie, Rheumatologie, Stoffwechselkrankheiten, Endokrinologie, Angiologie und Infektionskrankheiten. Im Anhang befinden sich noch meldepflichtige Krankheiten, Tabellen über Chemotherapeutika und Antibiotika, sowie Impftabellen. Ganz zu Beginn des Buches findet man eine Seite zum Thema „Evidence based medicine“, auf der zum Beispiel die Graduierung von Therapieempfehlungen aufgelistet sind. Zu den einzelnen Krankheitsbildern fließen oft sehr aktuelle Leitlinien oder Schweregradeinteilungen der jeweiligen Fachgesellschaften ein. Das ist gerade in einem Fach wie der Inneren Medizin ein sehr großer Pluspunkt.

Didaktik

Die Darstellung der Krankheitsbilder folgt immer diesem Schema: Synonym, Definition, Pathologie, Epidemiologie, Ätiologie, Einteilung, Klinik, Differentialdiagnose, Diagnose, Therapie und Prognose. Diese Punkte werden in annähernd tabellarischer Form aufgelistet. Unter der Überschrift wird zusätzlich an manchen Stellen eine Internetadresse für weitere Informationen angegeben: So zum Beispiel die Internetpräsenz der Atemwegsliga im Abschnitt COPD. Das wirkt auf den ersten Blick ziemlich eintönig, positiv ist in jedem Falle die dabei gegebene Übersichtlichkeit. Besonders wenn man nach einem speziellen Krankheitsbild sucht, ist man schnell informiert. Praktisch ist auch, dass in manchen Fällen die deutsche Definition einer anderen gegenübergestellt wird (beispielsweise amerikanische Definition des Kolonkarzinoms). In manchen Kapiteln gibt es grau hinterlegte Fenster mit den Hinweisen „Merke“ oder „Memo“- dies unterstreicht besonders wichtige Aussagen.

Zum Lernen ist der Herold jedoch Geschmacksache. Keine Frage, wenn man den Inhalt des Buches beherrscht, ist man für Prüfungen und sicherlich auch den klinischen Alltag bestens gerüstet. Ob man jedoch mit dieser tabellarischen Darstellung zurechtkommt, muss man selbst prüfen. Im ersten Moment vermisst man einen Fließtext, den man von anderen Büchern gewohnt ist. Aber man kann sich sicherlich darauf einstellen. Kennt man sich mit einem Thema schon halbwegs aus oder nimmt den Herold zur Vorlesung, Seminaren oder Praktika mit, steigt man jeweils ziemlich schnell in den Text ein. Auch zum Vorbereiten von Präsentationen ist das Buch bestens geeignet. Besonders beim Bearbeiten von Fallbeispielen ist es sehr hilfreich, alle Differentialdiagnosen in Betracht zu ziehen. Dort sind besonders wichtige Punkte, wie zum Beispiel „Magenkarzinom“ als Differentialdiagnose eines Ulkus, unterstrichen. Außerdem wird bei manchen auch eine Untersuchung genannt um bestimmte Krankheiten auszuschließen. Liest man von einer Krankheit zum ersten Mal, fehlt einem zu manchen Stichpunkten eine ausführlichere Erklärung.

 

Ein kleines Manko gegenüber anderen Büchern ist jedoch die Tatsache, dass es keine Bilder und nur wenige schematische Zeichnungen im Herold gibt, wobei man sagen muss, dass diese Schemata wirklich gelungen sind (zum Beispiel Pathogenese Herzinsuffizenz). Wer also gerne mit Abbildungen, Übersichtsbildern und Sonstigem lernt, sollte für die Innere Medizin noch ein anderes Buch hinzuziehen.

Preis/Leistung und Fazit

Der Herold kostet, sofern man ihn vom Eigenverlag bezieht, 47 Euro. Wenn ihr ihn jedoch in der Sammelbestellung (mindestens 10 Leute; die Fachschaft organisiert jedes Semester eine Sammelbestellung) ersteht, bezahlt ihr nur 32 Euro. Das ist wirklich sehr angemessen. Ob man mit diesem Buch lernen kann ist wirklich Ansichtssache. Liegt einem ein kurzer und prägnanter Stil, der es wirklich schnell auf den Punkt bringt kann man ohne Weiteres zugreifen. Aber auch diejenigen, die ein Buch mit Fließtext vorziehen, können den Herold als Nachschlagewerk nutzen.