Infectious Disease Surveillance

Kategorien: Epidemiologie und Public Health.

Titel: Infectious Disease Surveillance (2. Auflage)
Autor: Nkuchia M. M'ikanatha, Ruth Lynfield, Chris A. Van Beneden, Henriette de Valk (alle Herausgeber)
Verlag: John Wiley & Sons
Preis: 140,00 EUR
Seitenzahl: 720
ISBN: 9780470654675
Bewertung:

Inhalt

Das englische, hauptsächlich von Amerikanern verfasste (mit wenigen Schweizern, Franzosen, Briten) Fachbuch „Infectious Disease Surveillance“ von Wiley-Blackwell ist ein hochaktuelles Fachbuch, das nun in der zweiten Edition erschienen ist. Es ist um einige Kapitel gewachsen und wurde durchweg auf den aktuellsten Stand gebracht. Das Sinn des Buches ist eigentlich die Förderung der Ausrottung infektiöser Krankheiten – der Titel „Surveillance“ jedoch macht schon darauf aufmerksam: ob der vielfältigen Probleme, die bei der Bekämpfung der Infektionskrankheiten bestehen (Im Vorwort werden z.B. Krieg, mangelnde Ressourcen, kulturelle Unterschiede, Armut und ethische Fragestellungen genannt) kann von einer kompletten Ausrottung (noch) keine Rede sein. Da die Beobachtung der Krankheiten jedoch die Grundlage von handeln im Public Health Sektor ist, und allein die Beobachtung von Krankheiten diese in der Inzidenz (und langfristig Prävalenz) sinken lassen, hat das Buch besagten Titel und inhaltliche Konzentration erhalten.

Das Buch gibt zuerst eine Einführung in das Thema, dann folgen „Program Area Surveillance Systems“ – also inhaltlich sortierte Beispiele und Fragestellungen. Diese umfassen z.B. Infektionskrankheiten durch Nahrung, durch Tiere, durch Terrorismus etc. Die dritte Sektion umfasst die elektronischen Systeme und wie das Internet seinen Teil zur Modernisierung von Krankheitsbeobachtungen beiträgt. Das vierte große Kapitel ist den Methoden gewidmet. Hier wird von molekularen bis statistischen Methoden (z.B. der grafischen Darstellung) und der Evaluation gesprochen. Sektion 5 besteht aus ethischen, kommunikativen, medialen und zivilrechtlichen Fragestellungen. Den Abschluss bildet eine Sektion über „Partnerships, Policy and Preparedness“. Die drei Kapitel umfassen Public-Private Partnerships, ein Beispiel der Beobachtung (2009 Pandemic Influenza A, H1N1 in den USA) sowie ein Blick in die Zukunft durch die Herausgeber.

Didaktik

Das grau-in-grau gehaltene Buch erhält durch seinen lila Umschlag und den lila-farbenen Überschriften eine leichte Auflockerung. Ebenfalls manche neue Diagramme und Flowcharts wurden in lila-Tönen eingebunden. Dadurch verliert das zweispaltige Buch ein wenig von seiner optischen Angestrengtheit. Wo anwendbar, wurden Screenshots und andere Bebilderungen als Beispiele angewandt. Meist jedoch erstreckt sich lediglich der Text über mehrere Seiten. Um eine bessere Übersicht zu erschaffen, wurden viele (Zwischen-)Überschriften genutzt. Dies verkürzt die jeweils am Stück zu lesenden Spalten jeweils um einiges und erleichtert das Verständnis. Die Kapitel sind inhaltlich vollständig voneinander unabhängig. So kann man auch nur einige Kapitel lesen und hat trotzdem einen Informationsgewinn. Zu Beginn eines jeden Kapitels erfolgt zuerst eine kurze Einführung. Danach geht es direkt mit dem jeweiligen Thema los. Am Ende eines Kapitels finden sich die zahlreichen Verweise. Das Buch ist wissenschaftlich geschrieben und in der Forschung auf sehr aktuellem Stand.

Didaktik ist an die Zielgruppe angepasst: Postgraduate Students der Medizin bzw. Epidemiologen und alle Public Health Angestellten.

Preis/Leistung und Fazit

Für den „normalen Medizinstudenten“ ist es eher nichts, nicht zuletzt wegen der 140€. Das Buch ist lediglich für diejenigen relevant, die eine Vertiefung im Bereich Public Health vorsehen bzw. eine Karriere als Ärzte im Öffentlichen Dienst (bei Krankenkasse, Robert-Koch Institut etc.) anstreben. Wer jedoch in dem Bereich der Infektionskrankheiten promoviert, sich prinzipiell für die öffentliche Gesundheitsfürsorge interessiert oder anderweitiges Interesse am Fach und Inhalt mitbringt, für den sei das Buch empfohlen. Trotz des engen Fokus ist das Buch nicht übermäßig detailreich und auch einzelne Kapitel können bei bestimmten Fragestellungen allein einen Mehrwert bringen.