Information – Der Geist in der Natur

Kategorien: Sonstige.

Titel: Information – Der Geist in der Natur (1. Auflage)
Autor: Valentin Braitenberg
Verlag: Schattauer
Preis: 14,95 EUR
Seitenzahl: 168
ISBN: 3794527682
Bewertung:

Inhalt

Dieses Buch hat einen interessanten Titel: Information – Der Geist in der Natur. Ich habe es mir vor allem deshalb als Rezensionsexemplar geben lassen, weil mich interessierte, was hinter dem Titel steckte.Zusätzlich dazu habe ich noch während meiner Schulzeit einmal einen Vortrag von zwei Genetikern gehört, die einen ähnlichen Begriff von Information zu haben schienen, wie der Autor Herr Prof. Braitenberg.Worum ging es bei diesem Vortrag, worum geht es bei diesem Buch?Es ging um den Informationsbegriff und darum, dass sich ein bestimmter Wille in ihm ausdrückt. Z.B. will Information immer fortbestehen wie in der Genetik. Wo aber fängt Information an? Die Genetiker bei dem Vortrag damals kamen von hier aus auf physikalische Grundprinzipien. Auch in einem Stein, der von der Erde angezogen wird, liegt ein gewisser Informationsgehalt bzw. in der Kraft, die auf ihn wirkt.Das ist aber nicht hauptsächlich Thema des Buches. In dem Buch versucht der Autor den Begriff „Information“ gleichzusetzen mit dem Begriff „Geist“.Dabei soll Geist nicht mit abendländischem Gespenst gleichgesetzt werden, sondern mit einem den Gegenständen inhärenten Prinzip, das sich nicht über physikalische Parameter definiert, sondern über Bedeutungen, die Lebewesen diesen Dingen beimessen eben Information die ein hinreichend ausgestatteter Dekoder, z.B. der menschliche Intellekt dechiffrieren.Als Beispiel seien hier zwei Münzen hinzugezogen: Eine ist eine Medaille, die andere eine römische Münze. Dennoch sind beide von ihren physikalisch messbaren Parametern her identisch.Das ist ein Kerngedanke, den der Autor im etwas schwächeren Mittelteil auf verschiedene Phänomene der belebten und unbelebten Umwelt anwendet. Im Endteil kommt der Autor auf die Zusammenhänge seiner Darlegungen und der Modernen Neurowissenschaft und Cybernetik zu sprechen, was teilweise sehr interessant, teilweise für einen Medizinstudenten jenseits des ZNS Kurses Grundwissen bedeutet.

Didaktik

Das besondere an dem Buch ist seine einfache Sprache vermischt mit einem teils esoterisch anklingenden Vokabular, was einen etwas verwirrt, da der Autor sich selbst massiv von Esoterik distanziert und auch seine Gedanken sehr unesoterisch sind.

 

Zu Beginn der Lektüre hat mich das zugegebenermaßen ziemlich aufgeregt. Warum schreibt ein hochrenommierter Neurowissenschaftler und Cybernetikexperte ein philosophisches Buch, das vermutlich nur Wissenschaftler vom Fach oder mindestens Akademiker lesen werden und klingt dabei wie einer der hinduistischen Mönche bei der Verbreitung von „uralten Yogiweisheiten“ in der Essener Innenstadt.

 

Wenn man aber länger liest merkt man zwei Sachen.

 

Erstens: Der Autor meint viel, was er schreibt, nicht ernst, was er übrigens offen zugibt.

 

Zweitens: Ich glaube der Autor nimmt auch sich selbst und die Wissenschaftsriege nicht ernst, deren Sprache er durch die Wahl einer anderen Ebene und eines anderen Vokabulars absichtlich persifliert.

 

Man muss sagen, dass durch diesen Kunstgriff manche Gedankengänge streng geisteswissenschaftlich betrachtet vermutlich ungenau werden, auf der anderen Seite gewinnen sie aber deutlich an Anschaulichkeit.

Preis/Leistung und Fazit

Wer soll es kaufen?

 

Ich hab es im Physikum gelesen und das war im nach hinein wahrscheinlich ein sehr guter Zeitpunkt.

 

Erstens: Es liest sich gut und die Kapitel haben eine ideale Länge für „Zwischendurch.“

 

Zweitens: Es weckt Interesse an dem Thema und auch an verwandten Themen wie Cybernetik und Informatik.

 

Drittens: Es macht einem bewusst, dass Wissenschaftler (zumindest manche) auch im Stande sind zu reflektiertem Denken und das tut nach gefühlten 1000 Seiten Fakten-Comic aus „Medilearn“ herzlich gut.