Krankenhausmanagement: Strategien, Konzepte, Methoden

Kategorien: Medizinrecht und Sonstige.

Titel: Krankenhausmanagement: Strategien, Konzepte, Methoden (2. Auflage)
Autor: Jörg F. Debatin, Axel Ekkernkamp, Barbara Schulte, Andreas Tecklenburg (alle Herausgeber)
Verlag: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft (MWV)
Preis: 130 EUR
Seitenzahl: 751
ISBN: 9783954660612
Bewertung:

Inhalt

Das Standardwerk „Krankenhausmanagement: Strategien, Konzepte, Methoden“ in der 2. Auflage ist ein Kompendium von mehr als 750 Seiten. Nicht zuletzt zu heutigen Zeiten, in denen mehr als die Hälfte aller Krankenhäuser rote Zahlen schreiben sollen, ist das Management auch im Gesundheitssektor wichtiger denn je.

Das Buch gliedert die Masse an Best Practice, Hintergrundwissen und Handlungsempfehlungen grob in die Gebiete Umfeld, Eigentümer, Führungspersonal, Strategie, Mitarbeiter, Kunden, Erlös, Finanzierung & Investition, Leistungssteuerung, Infrastruktur, Qualität & Risiken, IT, Kommunikation, Logistik sowie Services.

Was diese Listung schon offenbart, ist es der Anspruch des Buches, umfassende Einsicht in alle Bereiche des Managements eines Krankenhauses zu geben. Das Buch wird diesem Anspruch auch gerecht. Der Inhalt ist teilweise so komplex und „mit dem Mikroskop“ beschrieben, dass es sinnvoll sein kann, Kapitel aus dem Buch zur Weiterbildung / Information den jeweiligen Abteilungen bzw. Abteilungsleitern zukommen zu lassen. Keinesfalls könnte eine Einzelperson (auch nicht Kaufmännische Direktoren bzw. Ärztliche Direktoren) an allen Themen interessiert sein. Trotzdem ist der Vorteil, dass man mit diesem Buch mit fast jeder Frage richtig liegt, bestechend.

Ein Beispiel: Auch die Arbeit von Pressesprechern, Pressespiegeln und Unternehmenskommunikation ist ausführlich und mit praktischen Tipps versehen beschrieben. Dies ist sicherlich nur in sehr kleinen Häusern (wenn überhaupt) für die wirklichen Lenker interessant. Das Kapitel selbst wäre jedoch für die jeweilige Abteilung sicherlich ein Zugewinn, falls dort die Expertise nicht schon vorhanden sein sollte. Ebenso hilft es sicherlich Controlling und den Vorgesetzen, einen Einblick in jeweils fachfremde Gebiete zu erhalten.

Didaktik

Die Kapitel werden jeweils mit Begriffseinführung und Problembeschreibungen eröffnet. Jeweils zu Kapitelende finden sich Literaturhinweise. Diese Listen bleiben meist überschaubar, da das Buch kein primär wissenschaftlich interessiertes Publikum bedienen möchte, sondern „Entscheider und Lenker“. Alle Kapitel sind gänzlich schwarz-weiß bzw. in Grautönen gehalten. Trotzdem finden sich zahlreiche Abbildungen (gefühlt ca. 1 pro 2 Seiten) und Schaubilder, die den zweispaltigen Text veranschaulichen helfen. Diese Schaubilder nehmen fast immer die ganze Seitenbreite ein, und teilweise auch ganze Seiten. Sie sind anschaulich und angenehm schlicht gestaltet. Insbesondere ihre Verschiedenheit in der Summe ist hervorzuheben.

Ein Register am Buchrand fehlt. Zur besseren Übersicht sind lediglich die Kapitelbuchstaben sind jeweils rechts oben auf der Seite abgedruckt. Ebenso fehlt ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis im Buchbauch oder Buchrücken. Trotzdem kann man Dank des recht ausführlichen Stichwortverzeichnisses gut Begriffe nachschlagen.

In einigen wenigen Kapiteln wurde die Nutzung von sog. „bullet-points“ etwas übertrieben. Fast immer jedoch liest sich der nüchterne, sachliche Text angenehm und fließend. Überschriften sind angenehm schlicht fettgedruckt hervorgehoben.

Preis/Leistung und Fazit

Cave: Das Buch ist nicht für Studenten geeignet. Will es auch nicht. Für alle BWL-Interessierten, Doppelstudenten, Zweitstudiums-Absolventen, für alle Lenker und Denker in einem Krankenhaus oder die, die es werden wollen, ist es ein Standardwerk das seinesgleichen sucht.

Spannender Fakt: Auch für Bereiche, die nicht direkt „Management“ sind, sondern Controlling, Finanzierung, Kommunikation, kann das Buch eine Menge vorhalten. Ob in den speziellen Bereichen nicht jedoch noch bessere, fokussiertere Fachliteratur vorliegt, kann ich nicht sagen.

Ein Problem ist, dass der Preis aufgrund des Umfangs nicht ganz gering ausfällt. Dem hohen Preis ist sicherlich die Farblosigkeit geschuldet. Immerhin bleibt es so zwar an der oberen Schmerzgrenze, aber bezahlbar. 5* für das, was es inhaltlich erreichen will. 4* für den Preis.