Leben mit Gift: Wie Tiere und Pflanzen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können

Kategorien: Sonstige.

Titel: Leben mit Gift: Wie Tiere und Pflanzen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können (1. Auflage)
Autor: Dietrich Mebs
Verlag: S. Hirzel Verlag
Preis: 24,90 EUR
Seitenzahl: 160
ISBN: 9783777625751
Bewertung:

Inhalt

„Schätzungsweise 100 000 Tierarten produzieren Gift oder entnehmen es der Umwelt, speichern es und setzen es in verschiedener Weise ein. …“. So beginnt der Klappentext des Buches und gibt ebenso wie der Titel genau an, worum es in dem grün-weißem Buch mit dem blauen Frosch auf dem Cover geht: Das (Über)Leben mithilfe oder trotz verschiedenster Gifte.

Ob auf Molchsuche in den Vereinigten Staaten, auf einer Schlangenfarm in Australien oder in der japanischen Küche – Gift findet sich überall. Prof. Dr. Dietrich Mebs nimmt den Leser mit auf zahlreiche Reisen rund um die Welt der Gifte. Angefangen mit den allgemeinen Grundlagen von Giften werden in vierzehn Kapiteln nach je einer einleitenden Geschichte die Organismen vorgestellt, ihre Gifte und die Notwendigkeit derselben. Vom beschriebenen und kommentierten Erlebnis selbst bis hin zur Biologie des Giftes, dem evolutionären Nutzen und interessanten Zusatzinformationen und Zusatztexte werden Pflanzen und Tiere aufgegriffen und analysiert. Warum wird Nemo nicht von der Seeanemone genesselt? Warum trinkt Drosophila melanogaster Bier und ertrinkt im Whisky-Glas? Diese und andere Fragen werden im Buch auf unterhaltsame Weise beantwortet.

 

Didaktik

Als studierter Biologe und Biochemiker wendet sich Prof. Dr. Dietrich Mebs mit diesem Buch an alle Interessierten, die wenig Vorwissen in dem Gebiet haben, aber gerne etwas über Gifte lernen möchten, ohne gleich zu einem Lehrbuch greifen zu wollen. Es werden daher nur grundlegende Prinzipien der Biologie, zum Beispiel die Arten der Mimikry und die Nomenklatur, und der Biochemie, wie verschiedene Enzymnamen des Giftmetabolismus und die grobe Wirkweise der Gifte, abgehandelt. Die Kapitelgeschichten sind weitgehend unabhängig voneinander und können auch durcheinander gelesen werden. Hervorzuheben sind die grauen Kästen, die innerhalb einzelner Kapitel zu finden sind und sich als äußerst lehrreich erweisen. Sie beschäftigen sich beispielsweise mit Entdeckungen und geschichtlichen Aspekten. Die in den Kapiteln erwähnten Organsimen sind in einer Bilderabfolge in der Mitte des Buches aufgeführt.

 

Preis/Leistung und Fazit

Mit 160 Seiten ein durchaus dünnes Buch, ist es dennoch dicht mit Informationen gepackt, seien es die lateinischen Namen der Organismen oder biochemische Grundlagen der Toxinwirkung. Für den fachfremden, aber interessierten Leser kann der Lesespaß beim Überspringen solcher Inhalte somit relativ kurzweilig sein, für den fachkundigen dagegen sind die Informationen teilweise zu oberflächlich und könnten ausführlicher und tiefer thematisiert werden. Zwischenzeitig ist leider kein roter Faden zu erkennen und man wünscht sich, der Autor hätte sich auf weniger Fälle konzentriert und diese ausführlicher behandelt, anstatt von einem Kapitel zum nächsten zu springen. Nichtsdestoweniger sind die einzelnen Kapitel gut und verständlich geschrieben und der Leser erfährt viel Neues und Interessantes über die erwähnten giftigen Lebewesen unseres Planeten.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist vom Arbeitsaufwand und der Recherche dahinter wahrscheinlich angemessen, allerdings hat man es unter Umständen an einem Nachmittag zu Ende gelesen, was bei einem Preis von 24,90 Euro und speziell für Studenten nicht unerheblich ist. Je nach Vorwissen und Motivation, dieses Buch zu lesen, muss man sich überlegen, ob es einem das Geld wert ist. Gut zu lesen und interessant ist es allemal! Wer sich mit Fachliteratur auseinandersetzen möchte, dem kann ich es nicht empfehlen, da es doch oberflächlich bleibt.

Rein inhaltlich gebe ich für die Kapitel vier Sterne, der Preis und der unterbrochene rote Faden drücken die Bewertung um einen auf drei Sterne.