Last Minute Infektiologie, Immunologie und Mikrobiologie

Kategorien: Infektiologie und Mikrobiologie.

Titel: Last Minute Infektiologie, Immunologie und Mikrobiologie (1. Auflage)
Autor: Silvan Vesenbekh
Verlag: Elsevier
Preis: 19,99 EUR
Seitenzahl: 112
ISBN: 9783437430626
Bewertung:

Inhalt

Ein weiteres Buch der Last Minute Reihe, das verspricht in 2 Tagen auf das Examen vorzubereiten. Entsprechend komprimiert kann man den Inhalt der weit reichenden Themengebiete Infektiologie, Immunologie und Mikrobiologie erwarten.

Im Vorwort wird deutlich, dass man sich inhaltlich an den Prüfungsfragen des IMPP orientiert hat. Diese Fragen sind je nach Häufigkeit ihres thematischen Vorkommens in den vergangenen Examina farblich markiert. Inwieweit es deshalb auch für die mündliche Examensprüfung geeignet ist, muss deshalb individuell anhand der Prüfer und deren Schwerpunkten festgelegt werden.

Das Buch ist in zwei Tages-Lerneinheiten und insgesamt 20 Kapitel unterteilt. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Immunologie: ein Überblick zu unspezifischer angeborener vs. spezifischer erworbener Immunität welcher in seiner Banalität keinen Immunologen in der Prüfung zufrieden stellen würde, eine Auswahl von Autoimmunerkrankungen geordnet nach Organsystemen, Allergien bzw. Hypersensitivitätsreaktionen nach Coombs and Gell mit einigen Beispielen für die 4 Typen und ein Abriss zu Immundefekten. Ausführlicher erwähnt sind die beiden Sondertypen des DiGeorge- und des Wiscott-Aldrich-Syndroms mit ihren Symptomen sowie tabellarisch die Störungen der einzelnen Zellreihen – leider ohne ein bisschen näher darauf einzugehen.

Jedes Kapitel ist mit passenden IMPP-Fragen per Link verknüpft, die der Autor dazu ausgesucht hat. Nach jedem einzelnen Abschnitt kann man sich zusätzlich mit „Prüfungsfragen“ testen. Nach Art und Aufbau der Fragen stellt sich dem prüfungserprobten Leser die Frage wie viel Erfahrung der Autor selbst in Examensprüfungen gesammelt hat, da die Fragen allzu simpel sind und in der Examensprüfungen wenig isolierte Fragen gestellt werden. Fallbeispiele wären ggf. sinnvoll.

Das Kapitel zu humanpathogenen Infektionserregern kann sich in Aufbau und Auswahl der Themen schon eher sehen lassen. Was man sich hingegen unter einem „ausreichend intensiven“ Kontakt vorstellen soll bei dem es laut dem Autor erst zu einer HIV-Infektion kommt, bleibt der Phantasie des Lesers überlassen. In der Tabelle der Inkubationszeiten fehlt die vom IMPP häufig gestellte Frage, welcher Erreger die Infektion verursacht, wenn z.B. Eiersalat an einem heißen Tag ca. 2 Stunden vor Symptombeginn verzehrt wurde.

Es kommt zudem das Gefühl auf, dass manche Abbildungen aus dem Grund ins Buch aufgenommen wurden, damit es nicht an Bildern mangelt und nicht, weil sie inhaltlich sinnvoll sind. So hätte zur Gramfärbung gramnegativer und –positiver Bakterien auch ein einfacher Satz statt einer 1/3 der Buchseite füllenden Zeichnung gereicht.

Die Übersicht zu den Viren ist durchaus anschaulich und übersichtlich gestaltet.

Nach Mykologie und Parasitologie folgen Kapitel zu Infektionen der einzelnen Organsysteme. Die Erregerbeispiele sind jedoch leider nicht nach klinischer Relevanz sortiert – so beginnt beispielsweise das Kapitel zu Infektionen der Lunge mit Tuberkulose. Bei den Erregern der Pneumonie fehlen zudem unter Community acquired pneumonia die Pneumokokken als wichtigste Gruppe und die häufig gefragte Gruppe atypischer (intrazellulärer) Erreger, der Mykoplasmen, Chlamydien und Legionellen. Erwähnt wird nur deren Therapie.

Bei der Meningitis unter Infektionen des ZNS fehlt der wichtige Hinweis, dass das Ampicillin aufgrund der Listerienlücke der Cephalosporine gegeben wird – eine recht häufige Prüfungsfrage, um zu sehen ob ein stumpfes auswendig lernen der Therapien stattgefunden hat oder man sich auch Gedanken darüber macht, warum man ein bestimmtes Medikament gibt.

Auch das Kapitel zu Antibiotika ist knapp gehalten. Unter anderem fehlt die nicht unerhebliche Unterteilung der Cephalosporine Gruppe 3 in a und b (oral vs. i.v.).

Didaktik

Der Text ist insgesamt extrem knapp gehalten, es finden sich aber ausführliche Pfeildiagramme zur systematischen Einteilung der humanpathogenen Erreger, die man sicher nicht in einer Prüfung aufzumalen hat.

Preis/Leistung und Fazit

Die Last minute Reihe würde ich persönlich weder nutzen noch weiterempfehlen, da das Wissen für die mündliche Staatsexamensprüfung zu gering ist, um der Rede wert zu sein und für die schriftliche Prüfung hat man entweder bereits ein umfassendes Lehrbuch oder übt die kleinen Fächer rein über das Kreuzen und das Lesen der entsprechenden Kommentare.