Neurologie und Psychiatrie für Studium und Praxis 2009/10: Unter Berücksichtigung des Gegenstandskataloges und der mündlichen Examina in den Ärztlichen Prüfungen

Kategorien: Neurologie und Psychiatrie/ Psychosomatik.

Titel: Neurologie und Psychiatrie für Studium und Praxis 2009/10: Unter Berücksichtigung des Gegenstandskataloges und der mündlichen Examina in den Ärztlichen Prüfungen (7. Auflage)
Autor: Christiane Gleixner, Markus Müller, Steffen Wirth
Verlag: Medizinische Verlags- und Informationsdienste
Preis: 29,00 EUR
Seitenzahl: 444
ISBN: 9783929851564
Bewertung:

Inhalt

Auf 444 Seiten sowie einer herausnehmbaren Karte für die Kitteltasche sind die zwei Fächer Neurologie und Psychiatrie im „Herold – Style“ präsentiert. Das Fach der Neurologie nimmt die ersten 307 Seiten ein, die Psychiatrie die darauffolgenden 137 Seiten.Das Buch beginnt mit einem Abkürzungsverzeichnis, welches für den Gebrauch des weiteren Buches echt empfohlen wird, denn hier werden diese Abkürzungen häufig genutzt.

Der Neurologieteil beginnt mit einem Kapitel zur neurologischen Diagnostik, in dem auf 46 Seiten in den Unterkapiteln (Neurologische Untersuchung, Apparative Diagnostik, Neurologische-topische Diagnostik und Neurokineosiologische Diagnostik) noch einmal sehr ausführlich auf die unterschiedlichen Untersuchungsverfahren.Die Erkrankungen die im Folgenden im Detail erläutert werden sind nach dem Pathomechanismus sortiert, so sind die Kapitel sehr unterschiedlich lang. (Anfallskrankheiten, Demyelinisierende Erkrankungen, Extrapyramidale Syndrome, Hirnnerven-Läsionen, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, Gefäßerkrankungen, Neurotraumatologie, Intrakranielle raumfordernde Prozesse, Entwicklungsstörungen und Anomalien, Neurogene Erkrankungen des motorischen Systems, Stoffewechselerkrankungen und toxische Prozesse, Polyneuropathien, spinale raumfordernde Prozesse, Periphere Nervenläsionen, Störungen des vegetativen Nervensystems, Myopathien und Neurologische Erkrankungen in der Schwangerschaft)

Der Psychiatrieteil beginnt mit einem Kapitel zur psychiatrischen Exploration und einer allgemeinen Einleitung zur Einteilung psychiatrischer Krankheiten. Die Kapitel orientieren sich eher an dem alten Verständnis der psychiatrischen Erkrankungen als an der Eingruppierung nach ICD-10. Folgende Kapitelunterteilungen finden sich: Psychosen, Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Verhaltensstörungen, Sucht und Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Didaktik

Es gibt wie erwartet sehr wenige Abbildungen (wenn ich von Erwartungen spreche, dann meine ich wer den Herold kennen sollte, weiß dass man darin wenig Bilder oder Zeichnungen findet), die wenigen sind jedoch sehr sinnvoll und nachvollziehbar, wenn auch nicht unbedingt künstlerisch wertvoll. Wer nach farbenfrohen Bildern sucht wird hier leider nicht fündig.Insbesondere im Bereich der Bildgebenden Diagnostik sind Röntgenbilder, CT und MRT Aufnahmen (in beiden Wichtungen) abgebildet, so dass man spätestens hier den Unterschied zwischen einem CT und einem MRT lernen könnte. Sehr hilfreich sind die Zeichnungen zum Homunkulus, zur Pyramidenbahn, den Plexus sowie den Reflexuntersuchungen. Diese Abbildungen sind auf zwar auf das nötigste begrenzt, jedoch helfen sie ungemein für das Verständnis des jeweiligen Textes in den sie eingebettet sind.

Sehr hilfreich sind die Gadgets (neudeutsch für kleine Spielereien, Hilfestellungen). Neben Internetadressen von Gesellschaften, Hilfseinrichtungen oder weiterführender Literatur. Auch die Nennungen von Synonymen oder Übersetzungen zu manchen Krankheiten sowie die ICD-10 Ziffern sind hilfreich.Die Karteikarte für die Kitteltasche ist laminiert und hat zwei Seiten (hier wurde mitgedacht, hygienisch abwischbar und nicht durch den Kaffee zerstörbar). Eine Seite ist der Neurologie gewidmet, neben Anamnesefragen, Hirnnerven (mit welche Bereiche getestet werden müssen), Reflexen (mit Zuordnung zu den Segmenten), Koordination (mit Versuchauflistung) und Motorik (Kraftgrade, Tonus, Inspektion) findet man Hinweise zur Sensibilität und apparative Diagnostik (schon auf der Rückseite). Der Rest der Rückseite ist der Psychiatrie gewidmet, hier findet man Hinweise zum Erstkontakt zur Biographischen Anamnese und zur Fremdanamnese sowie zur psychopathologischer Befunderhebnung.

Preis/Leistung und Fazit

Das Buch das von Herrn Dr. Markus Müller und von Herr Wirth sowie Frau Gleixner sowie Kollegen geschrieben wird, ähnelt dem Herold von seiner Aufmachung ungemein. In der gleichen Reihe sind noch die Bücher für Chirurgie und Gynäkologie erschienen. Wer den Herold kennt und schätzen weiß, der wird dieses Buch auch zu nutzen wissen. Es enthält anders als der Herold zwei vollständige Fächer, die Neurologie und die Psychiatrie.Neurologielehrbücher – welche Alternativen gibt es eigentlich. Neben der Dualen Reihe aus dem Thieme Verlag (einem riesen Werk), dem Mummenthaler (auch Thieme Verlag) gibt es kaum eine echte Alternative. Beide genannten Werke sind nicht nur deutlich länger und ausfürlicher in den Kapiteln, sondern umfassen auch mindestens 3x soviel Text. Wer also auf ausführlichen und redundanten Text steht und diese Art des Lernens bevorzugt, der sollte auf das vorliegende Lehrbuch verzichten. Wer jedoch ein kurzes prägnantes Lehrbuch mag, für den ist der „Müller“ eine absolute Hilfe für die Semesterabschlussklausur.

Insbesondere hier in Münster ergänzt er die VL sinnvoll, auch die vermittelten Inhalte decken sich in vielen Bereichen, so dass ich dieses Buch für die Klausurvorbereitung sowie die Vor- und Nachbereitung von Vorlesung und Praktika nur empfehlen kann.

Das Highlight ist die laminierte Karte für den Kittel. Wenn man in einer Klinik landet, die keine vorgefertigten Anamnesebögen und Untersuchungsbögen hat, dann ist es äußerst hilfreich, wenn man alle Gebiete in den Aufnahmeuntersuchungen oder im Erstkontakt stellen kann und hier keinen Bereich vergisst.

Insgesamt großes Lob an das Team diese Lehrbuches, es gibt nichts vergleichbares gleich gutes und prägnantes auf dem Markt.