Neurologisch-topische Diagnostik

Kategorien: Neurologie.

Titel: Neurologisch-topische Diagnostik (10. Auflage)
Autor: Mathias Bähr, Michael Frotscher
Verlag: Thieme
Preis: 39,99 EUR
Seitenzahl: 555
ISBN: 9783135358109
Bewertung:

Inhalt

Wie der Titel schon sagt geht es um neurologisch-topische Diagnostik, das heißt, wie man von Symptomen über die klinischen Befunde zu einer Diagnose kommt, wo also eine Läsion etc. situiert ist. Dabei beginnt das Buch relativ leicht bei Grundlagen. Zuerst werden die Grundelemente des Nervensystems , gefolgt vom sensiblen und motorischen System, besprochen,. Daraufhin folgt das Gehirn einschließlich Hirnstamm, Kleinhirn, Zwischenhirn (mit vegetativem Nervensystem), des limbischen Systems, den Basalganglien und natürlich dem Großhirn. Auch das Rückenmark einschließlich der verschiedenen Häute (Dura mater etc.) wird behandelt. Zuletzt befasst sich der Autor noch mit der Gefäßversorgung all dieser Strukturen und mit etwaigen Erkrankungen dieser.

Didaktik

Schon beim ersten Durchblättern fällt die Fülle an bunt illustrierten Bildern und Grafiken auf. Diese sind auf fast jeder zweiten Seite zu finden und veranschaulichen nochmal, was zuvor in Textform erklärt wurde. Dies ist äußerst nützlich für optisch veranlagte Lerner, denn bekanntlich sagt ein Bild ja mehr als tausend Worte. Viele der Bilder dürften dem Leser (zumindest vage) bereits bekannt vorkommen, so z.B. die Sehbahn oder Seitenansichten des Gehirns mit all seinen Gyri und Sulci. Dabei beinhaltet jedes Kapitel auch hin und wieder kleine Kästen mit klinischen Beispielen oder Versuchen, die man leicht an sich selbst ausprobieren kann (z.B. Nystagmus-Versuch) um das vorher gelernte besser zu festigen. Schade ist, dass es keine kurzen Zusammenfassungen am Ende der Kapitel gibt und auch keine „Merke“ Kästchen zwischendrin. Insgesamt ist der Textteil relativ langweilig gestaltet, ohne viel Farbe o.ä., allerdings wird dies durch den guten Schreibstil und manchmal listenartige Aufzählungen (super für den Überblick und zum lernen!) wieder wettgemacht.

Preis/Leistung und Fazit

Bei einem Preis von 40€ wird dem Leser schon einiges geboten, vor allem visuell: Hochwertige, bunte und schön illustrierte Bilder erleichtern und versüßen das Lesen enorm. Der Text ist gut und flüssig zu lesen, allerdings doch auf einem gewissen Niveau geschrieben, der die Kenntnisse von Fachbegriffen (nach der Vorklinik definitiv vorhanden) verlangt. Zwar bietet das Buch einen super Überblick wie man vom Symptom auf die Diagnose kommt und führt den Leser so Schritt für Schritt von Ersterem zu Letzterem, doch ist es für einen so hohen Preis nicht empfehlenswert, sich dieses Buch anzuschaffen. Für den beginnenden Neurologen oder Famulaturen bietet es einen guten ersten Eindruck von der Klinik und zeigt auch deutlich auf, warum der Kliniker was wann macht, wie häufig bestimmte Erkrankungen sind und wieso sie so und nicht anders zu behandeln sind. Allerdings ist dies zum Großteil Basiswissen, dass für den Facharzt eher zu wenig ist. Alles in allem also ein nettes Buch für Zwischendurch oder um das Bücherregal einer Neurologie-Praxis zu schmücken, jedoch keine sinnvolle Anschaffung für den Profi.