Notaufnahme Innere Medizin pocket

Kategorien: Innere Medizin.

Titel: Notaufnahme Innere Medizin pocket (4. Auflage)
Autor: Matthias Angstwurm
Verlag: Börm Bruckmeier
Preis: 12,95 EUR
Seitenzahl: 140
ISBN: 9783898625135
Bewertung:

Inhalt

Dieses pocket richtet sich vor allem an die Kitteltasche des PJ-lers oder jungen Arztes. Durch sein extrem dünnes Erscheinungsbild von nur ca 100 Seiten kurzem Inhalt passt es auch sogar noch in die kleinste Lücke der Kitteltasche – aber braucht man es wirklich? Darum soll es in dieser Rezension gehen. Wie gesagt, das pocket-Konzept wird schonmal vorbildlich umgesetzt, ich hatte bisher noch kein so extrem dünnes Buch in der Hand (plus generell kleines Format, bekannt aus der pocket-Reihe des Börm-Bruckmann-Verlags).Das Büchlein ist unterteilt in 5 Kurzkapitel: Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Leitsymptomen und Verdachtsdiagnose. Hintergrund ist die oft in der Notaufnahme bestehende schon vorhandene Verdachtsdiagnose durch den Hausarzt oder Notarzt bzw das Eintreffen des Patienten aufgrund eines Leitsymptoms.

Außerdem gibt es noch ein Kapitel Notrufnummern, Normalwerte, Dosierung und Notfallindikation.Der Aufbau ist pocket-like mit vielen Tabellen und Stichworten aufgebaut sowie einigen Algorithmen, das ganze selbstverständlich schlicht in grau in grau.

Didaktik

In der pocket-Reihe ist Didaktik bewusst Fehl am Platze – hier heißt es schnell und Kompakt die wichtigsten Infos erhalten, und das ist auch gut so und das Bewertungsmaß. Somit ist Struktur und prägnanter Inhalt für die praxisorientierte Erstmaßnahme von gehobener Wichtigkeit.Inhaltlich liefert dieses Buch die stichwortartigen Grundzüge der klinischen Abklärung (Anamnese, klinische Untersuchung, Labor, weitere Diagnostik), aber keinerlei Angaben zum Klinischen Erscheinungsbild, zur Theorie dahinter zu Differentialdiagnosen.Die eigene Vorgabe dabei für die Notaufnahme klingt gut:Leitsymptome und Verdachtsdiagnosen sollen das Buch stukturieren und uns leiten. Jedoch missfallen mir dabei zwei wichtige Aspekte: Erstens ist diese Liste sehr übersichtlich kurz gefasst und zweitens wird dabei nicht bedacht, dass Einweisungsdiagnosen oftmals nicht zielführend und diagnosestellend sind, sondern sich in der Notaufnahme ein ganz anderes klinisches Bild zeigt und die Verdachtsdiagnosen komplett umgekrempelt werden – da hift einem dieses pocket nicht mehr weiter.

Preis/Leistung und Fazit

Leider ist das Büchlein einfach zu knapp, zu unvollständig und zu unübersichtlich:Stichwort Lungenarterienembolie zB:Zu finden nur unter Leitsymptom Lungenembolie (Verdacht auf)Unter Leitsymptom plötzliche Dyspnoe, Tachycardie, Thoraxschmerz, Angst, Husten taucht es gar nicht auf, die Leitsymptome gibt es so auch gar nicht in dem Buch. Diffenrentialdiagnostik gibt es auch nicht. Stufentherapie und Einteilung zur weiteren klinischen Behandlung fehlt auch.Stichwort Acute Coronary Syndrom:Hier sind immerhin als Must-not-miss auch DDs aufgeführt, aber kaum therapeutisches Differenzierung zwischen NSTEMI und STEMIVon 140 Seiten Inhalt bestehen alleine 45 Seiten aus Notrufnummern, Normalwerte, Dosierung, also einer Auflistung von Adressen oder Zahlen, welche es ebenso bei Bedarf bei Google oder eh mit dem Labor schon gibt…Ich persönlich kann daher das Buch so nicht empfehlen. Besser gefallen mir da etwas dickere Kitteltaschenbücher mit „mehr“ Inhalt und dafür auch mehr Übersicht und Input wie zB Oxford Handbook of clinical medecine oder Klinikleitfaden Innere Medizin, welche ebenso schnell besser und zielstrebiger zum Ziel führen.