Notaufnahme – Von A wie Adrenalin bis Z wie Zusammenbruch

Kategorien: Notfallmedizin.

Titel: Notaufnahme – Von A wie Adrenalin bis Z wie Zusammenbruch (1. Auflage)
Autor: Poetzsch
Verlag: Springer
Preis: 14,99 EUR
Seitenzahl: 193
ISBN: 9783642378690
Bewertung:

Inhalt

Poetzschs „Notaufnahme“ – von A wie Adrenalin bis Z wie Zusammenbruch, ist nichts für Menschen, die keinen Sinn für Ironie und teils überspitzte, aber eindrückliche Darstellungen übrig haben. Buchstabe für Buchstabe wird die Welt der Notaufnahme erklärt. Hierbei geht es am ehesten darum mit einem Hauch an Leichtigkeit und dem nötigen Ernst einem Thema entgegen zu treten vor dem es jedem Medizinstudenten graut: Notaufnahme und/oder der erste Nachtdienst.

Das Buch beginnt mit zwei kleinen Exkursen „Am Anfang das Ende“ und „Willkommen in der Notaufnahme“, welche sich am latent sarkastischen Unterton des Klassikers „House of God“ von Samuel Shem orientieren. Wer über diese Zeilen nicht lachen kann, sollte das Buch jetzt zuschlagen und sich wieder dem Herold widmen, wer Spaß daran hat, wird aus diesem Buch viel mitnehmen können.

Didaktik

Das Buch verfügt weder über eine ausgefeilte Didaktik (losgelöst von der Orientierung anhand des Alphabets) noch über ein farbenfrohes Register anhand dessen man sich orientieren kann. Es ist also kein Lehrbuch im engeren Sinne und doch bleibt einiges hängen!

Dabei hilft, dass das Buch den Leser quasi über das erste Jahr in der Notaufnahme begleitet: Buchstabe A beginnt mit einer kleinen Einführung zum ersten Tag und den Lernzielen, B steht für den zweiten Tag… und so geht es weiter. Zwischen Buchstaben N und O ist der erste Sprung. Hier geht es jetzt mit dem ersten Monat weiter. Darauf hin folgt mit P der zweite Monat, mit Q der Dritte… und endet mit einem Jahr bei Buchstabe Z.

Nach Buchstabe Z schreibt Poetzsch einen kleinen „Epilog“, den er, passend zum Beginn des Buches, „Und am Ende der Anfang“ nennt. Hier schließt sich der Kreis und das Buch endet mit fast sanften Tönen.

Entlang des Alphabets lernt man einiges, das zur Erheiterung Beiträgt und Vieles auf das man sich schon als Medizinstudent mental vorbereiten sollte und eine Menge an Wissen, dass schon immer hängen bleiben sollte, aber es bis jetzt nicht tat. Spätestens dann wird klar, dass das Buch, neben allen Späßen, gut recherchiert ist und durchaus fundiertes Wissen beinhaltet.

Am Ende fast jeden Kapitels gibt es jedoch Infos und wichtige Symptome, die extra hervorgehoben sind. Viele Verweise auf andere Themen unter anderen Buchstaben innerhalb einer Erklärung machen das Lesen abwechslungsreich und spannend. Zusätzlich fördert es das verknüpfende Denken.

Last but not least folgt ein „Best Of“ aus der Notaufnahme mit einer Reihe an seltenen Diagnosen, welche sich meist nur in der Notaufnahme finden lassen und selten auf Normalstation gelangen. Darunter: Z.n. Starkbierfest, Patient kommt zum Fadenzug – hat sich Mut angetrunken, Käsebrotaspiration, Z.n. 8 Stunden TV – jetzt Schwindel, EHEC im Ohr und Biss eines Papageis in den kleinen Finger (unklar, ob rechter oder linker Finger).

Um zu testen, ob man nach dem Lesen dieser Lektüre auch bereit für das Arbeiten in der Notaufnahme ist, gibt es auf den letzten Seiten zwei Tests. Der erste der Beiden ist quasi eine kurze Zusammenfassung wichtiger Differenzialdiagnosen und Notfallskalen, der zweite ein Persönlichkeitstest…

Preis/Leistung und Fazit

Ein sehr nettes Buch, das man sich durchaus zulegen kann!

Wie schon erwähnt sollte man über den nötigen Humor verfügen und nicht alles zu ernst nehmen. Losgelöst vom Eigenstudium ist das Buch ein nettes Geschenk für alle, die etwas mit Medizin zu tun haben. Kurzweilig, unterhaltsam und lehrreich.

Positive Überraschung!