Praxishandbuch Qualitäts- und Risikomanagement im Rettungsdienst

Kategorien: Notfallmedizin.

Titel: Praxishandbuch Qualitäts- und Risikomanagement im Rettungsdienst (1. Auflage)
Autor: H. Moecke; H. Marung; S. Oppermann (Hrsg.)
Verlag: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Preis: 49,95 EUR
Seitenzahl: 283
ISBN: 9783941468733
Bewertung:

Inhalt

Die Herausgeber versuchen im Werk „Praxishandbuch Qualitäts- und Risikomanagement im Rettungsdienst“ die wirtschaftswissenschaftlichen Methoden des Qualitätsmanagements zur Verbesserung von Abläufen und Leistungen auf die Praxis des Rettungsdienstes anzuwenden, ohne dabei die Herausforderungen dieses wichtigen Bereiches der Notfallmedizin außer Acht zu lassen. So sollen Standards und Vergleichbarkeit geschaffen werden, ohne dabei die Mitarbeiter durch eine zu große Bürokratie zu überfordern. Bei den Autoren der insgesamt 15 Kapitel handelt es sich um Notfallmediziner und Verantwortliche für Qualitäts- und Risikomanagement im Rettungsdienst.

Das Buch beginnt dabei mit einer kurzen Erklärung, warum Qualitäts- und Risikomanagement auch im Rettungsdienst sinnvoll ist und wie Qualitätsmanagement entstanden ist. Im weiteren Verlauf wird auf Konfliktpotential zwischen Theorie und Praxis (z.B.: Infektionsschutz) und den nicht zu vernachlässigbaren Kostenaspekt eingegangen. Danach kommen einige Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von Qualitäts- und Risikomanagement im Rettungsdienst und die Umsetzung. Die Autoren berichten von Erfolgen durch Simulationstraining und betonen dabei unter anderem die Wichtigkeit des Debriefing nach dem Training, welches allen Teammitgliedern eine ausführliche Reflektion des letzten Übungseinsatz bietet und so Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten erkennt. Als Beispiel für Qualitätsmanagement in der Leitstelle des Rettungsdienstes, in der alle Informationen zusammenlaufen, nennen die Autoren die standardisierten Abfrage-Protokolle und telefonische Reanimationsunterstützung. Es werden Studien genannt, die eine deutliche Senkung der Sterblichkeitsrate belegen, wenn das Leitstellenpersonal nach strengen Protokollen die Ersthelfer telefonisch bei der Herzdruckmassage anleitet und unterstützt. Eine Abbildung zeigt beispielhaft eine Karte für ein solches Anleitungsprotokoll. Abgeschlossen wird das Buch durch ein ausführliches Sachwortverzeichnis.

Didaktik

Didaktisch nutzt das Buch nicht viele ausgefallene Methoden, da es sich vor allem an praktische Anwender wie Notfallmediziner und Mitarbeiter der Rettungsdienste und weniger an Studenten richtet. Die verschiedenen Texte werden durch einzelne Abbildungen verdeutlicht und einige Tabellen fassen große Datenmengen zusammen. Vor allem wenn es um Abläufe und ihre Verbesserung geht, werden vielfach Flussdiagramme zum besseren Verständnis verwendet. Literaturangaben und Web-Adressen jeweils am Ende eines Kapitels bieten die Möglichkeit zur weiteren Vertiefung bestimmter Themen.

Preis/Leistung und Fazit

49,95€ sind ein nicht wirklich geringer Preis, vor allem für Studenten. Für diese ist das Buch außerdem relativ schwierig verständlich, da es sehr in die Tiefe des Qualitätsmanagement im Rettungsdienst geht und man ohne praktische Erfahrung vielfach nicht versteht, worüber die Autoren sprechen, da diese alle schon lange im Rettungsdienst tätig sind und ihr Buch auch eher an diese Leserschaft richten. Für Rettungsdienst erfahrene Leser bietet das Buch jedoch eine gute Sammlung von Möglichkeiten und auch vielleicht auftretenden Schwierigkeiten bei der Anwendung von Qualitäts- und Risikomanagement auf ihren Alltag im Rettungsdienst. Für sie rechtfertigt sich der relativ hohe Preis durch eine große Informationsmenge auf insgesamt 283 Seiten.

Aus diesem Grund vergebe ich dem Buch insgesamt 3 von 5 möglichen Punkten.