Prometheus – Kopf, Hals und Neuroanatomie

Kategorien: Anatomie.

Titel: Prometheus – Kopf, Hals und Neuroanatomie (2. Auflage)
Autor: Michael Schünke, Erik Schulte, Udo Schumacher et. Al.
Verlag: Thieme
Preis: 55 EUR
Seitenzahl: 451
ISBN: 9783131395429
Bewertung:

Inhalt

Dieser Band hat sicherlich die größte Änderung durch die Neuauflage erhalten. Neu ist der Teil der Halsanatomie, das in diesem Band sicherlich am besten aufgehoben ist. Wie auch die beiden anderen Bänder besticht der Atlas mit seiner riesigen Anzahl an Illustrationen (über 1500) und mit über 100 Tabellen.Das Buch ist unterteilt in die drei Rubriken „Kopf und Hals“, „Neuroanatomie“, sowie „ZNS“.Den funktionellen Systemen und klinischen Bezügen ist in der Rubrik Neuroanatomie ein ganzes, eigenes Kapitel gewidmet. Die Kapitel beginnen jeweils mit einer Übersicht / Einführung und sind dann in die verschiedenen Bereiche wie z.B. Muskeln und Knochen unterteilt. Um schnell etwas zu finden ist das Inhaltsverzeichnis etwas unübersichtlich, das ausführliche Stichwortverzeichnis am Buchende sorgt hier jedoch für einen Ausgleich.Natürlich kann der Atlas nicht jede anatomische (/klinisch-anatomische) Frage klären, aber viele Schnittbilder und Übersichtstabellen zeigen vielerlei auf was in anderen Atlanten eher vermisst wird. Trotzdem bleibt der Prometheus ein Atlas und ersetzt nicht in jeder Funktion ein Lehrbuch.

Didaktik

Die Sprache in den Texten ist oftmals ungewohnt karg und kurz gehalten. Die Prometheus-typischen Grafiken sind gewöhnungsbedürftig, bestehen aber durch gute Übersichtlichkeit. Wer von Anfang an mal in den Prometheus guckt wird sich auch später hier sehr gut zurechtfinden, da das Schema der Grafiken oftmals einheitlich ist und man nicht mit sehr verschiedenen Bildern zu kämpfen hat wie es sonst manchmal der Fall ist.Didaktisch konzentriert man sich im Prometheus „Kopf, Hals, Neuroanatomie“ sehr auf die Anschaulichkeit der Bilder. Das sagt auch deutlich die große Anzahl von Grafiken.Das scheint typisch für einen Atlas, aber die Gewichtung scheint hier noch stärker auszufallen als bei alternativen Büchern. Die immer wieder sehr vielseitigen Ansichten und Perspektiven helfen stark bei der räumlichen Vorstellung des gelernten.Auffällig: oftmals sind Bilder der gleichen Blickrichtung nebeneinander, jedoch wurde sich in der Darstellung auf andere Inhalte konzentriert. Gedanklich kann man so beide Bilder überlappen lassen und dies hilft der Übersicht der Grafiken enorm, da sie nicht „überladen“ sind.

Preis/Leistung und Fazit

Mit 55€ ist der Prometheus im Vergleich zu vielen anderen medizinischen Lehrbüchern auf jeden Fall sehr gut erschwinglich. Vor allem vor dem Hintergrund das die Anatomie sich nicht so schnell wie andere Fächer durch aktuelle Forschung ändert, ist der Kauf noch lohnenswerter. Um einen (erneuten) Überblick zu bekommen gibt es wenig Alternativen die wirklich mit dem Prometheus konkurrieren können, zumal zu dem Preis. Dies setzt allerdings eine Eingewöhnungsphase voraus, die spätestens im klinischen Studium erfolgen sollte. Sonst kann der Einstieg in die etwas eigenen Grafiken schwerer fallen als sich „einfache“ Fotos anzusehen.