Prometheus Lernatlas der Anatomie Band 1-3: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, Innere Organe und Kopf, Hals und Neuroanatomie

Kategorien: Anatomie.

Titel: Prometheus Lernatlas der Anatomie Band 1-3: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, Innere Organe und Kopf, Hals und Neuroanatomie (4. Auflage)
Autor: Michael Schünke, Erik Schulte, Udo Schumacher, Markus Voll, Karl Wesker
Verlag: GeorgThieme Verlag
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Preis: 199 EUR
Seitenzahl: 630, 512, 598
ISBN: 9783132418783
Bewertung:

Inhalt

Die Prometheus Reihe ist eine der typischsten Lernatlasse der Anatomie. Sehr viele Studenten in Münster lernen mit diesen Büchern für das lernintensive Fach in der Vorklinik.

Das mittlerweile in der 4. Auflage vermittelte Wissen ist auf drei Atlanten aufgeteilt, die „Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem“, „innere Organe“ und „Kopf, Hals und Neuroanatomie“ heißen.

Alle drei Bücher sind ähnlich aufgebaut. Sie beginnen mit einer Einführung und einem Überblick über die Entwicklungsgeschichte der einzelnen Strukturen. Das Bewegungssystem und Kopf-Hals sind in einen passiven und einen aktiven Teil gegliedert. Zunächst werden (passiv) Knochen vorgestellt sowie Gelenke und Bänder, anschließend folgt die (aktive) Muskulatur, danach Leitungsbahnen, Topographie und Schnittbilder. Im Band für innere Organe werden die verschiedenen Organe je nach ihrer Lage erst die des Thorax und anschließend im Abdomen und Becken liegenden Strukturen mit ihrem Aufbau, ihrer Funktion und Lage vorgestellt und auch Leitungsbahnen, Topographie und Schnittbilder folgen. Hinten in diesem Buch gibt es zusätzlich ein Kapitel der Systematik der Organversorgung mit den verschiedenen Leitungsbahnen, die zu einem bestimmten Organ ziehen und Steckbriefe der einzelnen Organe. Beides trägt sehr zum Verständnis der Kompositionen und Zusammenhänge im Bauchraum bei und erleichtert das Auswendig-Lernen.

Didaktik

Die Bänder des Prometheus sind gekennzeichnet durch ihre vielen Bilder und wenig Text, im Gegensatz zu anderen Lehrbüchern der Anatomie. Der Atlas enthält auf fast jeder Seite Abbildungen, die jeweils mit den entsprechenden Beschriftungen versehen sind und oft gibt es zu jeder Abbildung noch ein Textfeld, in dem weitere Details zu der betreffenden Region dargestellt werden. Durch die Reduzierung des Textes und die Fokussierung auf das Wichtigste, wird man nicht mit Informationen erschlagen. Die Bezeichnung auch kleinerer Strukturen taucht nicht nur einmal auf, sondern findet sich auf folgenden Seiten oder spätestens im Topographie-Teil meist wieder, sodass allein beim Durchlesen des Atlasses schon vieles hängen bleibt beziehungsweise wiedererkannt wird. Ergänzend dazu lassen sich zahlreiche zusammenfassende Tabellen finden, die sowohl beim Auswendiglernen als auch beim Überblick-Verschaffen helfen.

Abgesehen von den vielen Bildern und Schemata, tauchen zwischendurch klinische Bezüge und MRT, CT und Röntgen Bilder auf. Dadurch schafft der Prometheus eine Brücke zur Klinik, sodass Studenten weniger das Gefühl bekommen, vieles einfach nur stumpf auswendig lernen zu müssen und Zusammenhänge zwischen anatomischem Grundwissen und der Praxis verstehen.

Besonders zum Verständnis der Topographie des menschlichen Körpers eignet sich der Prometheus wirklich gut, was für die Vorbereitung auf die mündlichen Prüfungen im zweiten Semester sehr hilfreich sein kann. Der Prometheus gibt einen guten Gesamtüberblick und man kann Strukturen am Präparat zeigen und diese in den Gesamtzusammenhang einordnen. Für anspruchsvolle Prüfungen sollte jedoch noch ein detaillierteres Buch als Ergänzung hinzugezogen werden. Gerade den Teil der Neuroanatomie erarbeiten die meisten Studenten mit anderen Lehrbüchern (z.B. dem Trepel), da funktionelle Systeme erst spät aufgeführt werden und dadurch Zusammenhänge vorher nicht wirklich klar werden. Hilfreich sind hingegen die vielen Schnittbilder, die auf reale Präparate vorbereiten.

Preis/Leistung und Fazit

Die Bände des Prometheus sind für Studenten super geeignet aufgrund ihres didaktischen Aufbaus, der hochwertigen Abbildungen und der Konzentrierung auf das notwenige anatomische Wissen. Auch wenn einige Anatomieprofessoren die Atlanten nicht sofort empfehlen, sind sie bei Studenten sehr beliebt und reichen meist aus. Anatomieatlanten sind zwar sehr teuer, aber sie sind eins der wenigen Bücher, die es sich zu kaufen lohnt.  Da sich sowieso fast jeder alle drei Atlanten anschafft, lohnt es sich diese im „Paket“ zu besorgen, denn man bekommt das Anatomie Lernposter (lebensgroße Darstellung aller Knochen und Muskeln im Körper) noch gratis dazu.