Prometheus LernKarten der Anatomie

Kategorien: Anatomie.

Titel: Prometheus LernKarten der Anatomie (1. Auflage)
Autor: Michael Schünke, Erik Schulte, Udo Schumacher et. Al.
Verlag: Thieme
Preis: 29,95 EUR
Seitenzahl: 267
ISBN: 9783131468918
Bewertung:

Inhalt

Im Auto, auf dem Fahrrad, beim Schieben eines Bettes im Krankenpflegepraktikum:Es gibt abgesehen von Handys keine bessere Möglichkeit sich von der Straßenverkehrssituation ablenken zu lassen als die Prometheus Lernkarten. Das ist gefährlich und führt zu Unfällen: Der Verfasser der Rezension ist beispielsweise auf dem Weg zum Fahrstuhl in seine Karten vertieft in einen Chefarzt gerannt… Ganz schön peinlich. Wofür stehen nun diese Anekdoten? Die Lernkarten sind pauschalisier etwas für all jene, die gerne auch in noch so kleinen Pausen zwischen anderen Tätigkeiten oder währenddessen Anatomie büffeln wollen.Das Paket von Thieme umfasst insgesamt 367 DIN A5 – Karten aus dünner Pappe, die (hoffentlich) alle wichtigen Begriffe für die Testate enthalten. Klar, diese Gefahr auf Unvollständigkeit besteht auch bei jedem Lehrbuch. Auf jeden Fall enthalten die Karten alle Begriffe die auch im großen Prometheus enthalten sind. Was aber den Prometheus mit so erfolgreich macht sind die prägnanten Texte zu den Bildern, die helfen die Begriffe zu behalten. Sie sind in dieser Form bei den Karten natürlich schon rein des Platzes wegen weggelassen. Stattdessen gibt es kurze Texte auf den Rückseiten der Karten, auf die an späterer Stelle genauer eingegangen wird.Die Karten gliedern sich nach Körperregionen. Also Kopf, Thorax, Abdomen, untere und obere Extremität und Neuroanatomie. Am Anfang eines jeden Themenbereiches wird das Knochenmodell abgehandelt. Dann folgen Gefäße und Innervation, dann Muskulatur. Dies macht es möglich, obwohl z.B. kein ausgeschriebener Bereich für den passiven Bewegungsapparat vorhanden ist, sich trotzdem gezielt die Karten für dieses Testat herauszusuchen.

Didaktik

Was ist auf so einer Karte dargestellt? Auf der Vorderseite sieht man immer eine Abbildung, bei der bestimmte Stellen durch Pfeile mit Nummern gekennzeichnet sind. Die Darstellungen sind in der bewährten Prometheusoptik gehalten. Sehr präzise Konturen bei gleichzeitiger Weichzeichnung prägen das Bild. Alle Abbildungen finden sich auch in den Lernatlanten, wodurch didaktisch gesehen vielleicht eine Wiedererkennung gefördert werden soll, aber natürlich auch vom Verlag Geld gespart wurde. Manchmal findet sich außerdem auf der Vorderseite eine Frage die einen klinischen Bezug herstellt oder auch auf Wissen aus der topographischen Anatomie abzielt. Auf der Rückseite befinden sich die Namen der auf der Vorderseite markierten Körperpunkte, sowie die Antwort auf die Frage. Wurde auf der Vorderseite keine Frage gestellt, steht auf der Rückseite ein kurzer Informationstext, der ebenfalls entweder einen klinischen Bezug zu der Abbildung herstellt oder bestimmte Begriffe oder Formen kommentiert. Leider ist der Platz für diese Texte so begrenzt, dass trotz Kommentar oft Fragen offen bleiben. Dafür muss man dann doch ins Lehrbuch oder den Atlas schauen.Wie sein großer Bruder der LernAtlas verknüpfen also auch die Karten das vorklinische Fach Anatomie mit Themen aus der Klinik, auf dass das Auswendiglernen der anatomischen Details den Studenten erleichtert werde.

Preis/Leistung und Fazit

Preis-Leistung und FazitMit ca. 30 € sind die Lernkarten als Komplettpaket verhältnismäßig billig. (Die Sobottakarten beispielsweise kosten bei Amazon 19 € jedoch jeweils für Bewegungsapparat, innere Organe und Neuroanatomie usw.) Allerdings sind die Prometheuskarten kein Atlasersatz und da sie den Prometheus ergänzen, zwingen sie den Besitzer beinahe zum Kauf gerade dieses Atlas und keines anderen. Ob das ein Manko ist, darf jeder selbst entscheiden. Als Ergänzung taugen sie aber sehr viel. Man kann aus dem Prometheus die Zusammenhänge lernen und die Begriffe mit den Lernkarten. Im Lieferumfang mit enthalten ist ein formschöner Metallring mit dem man die Karten zusammenheften und Durcheinander vermeiden kann.Die Prometheus LernKarten aus dem Thieme Verlag eignen sich zum Auswendiglernen, aber nicht zum Lernen von funktionellen oder topographischen Zusammenhängen und Details. Sie sind gut transportierbar und eigenen sich als Lernmaterial auf Reisen. Dabei ist eine Vorarbeit am Atlas allerdings unumgänglich, um sich einen Überblick zu verschaffen.Sie greifen die didaktischen Methoden ihres „großen Bruders“ z.B. klinische Bezüge auf, allerdings wirken die Texte zu den Bildern teilweise banal, während komplexere, nicht selbstverständliche Bilder nicht erläutert werden.Zum Kauf sei all jenen geraten, die gern und gut im Zug lernen können und deren Geldbeutel groß genug ist sich diese sinnvolle Spielerei noch zusätzlich zum Atlas zu leisten.