Prometheus – Lernkarten des Bewegungssystems

Kategorien: Anatomie.

Titel: Prometheus – Lernkarten des Bewegungssystems (2. Auflage)
Autor: Schünke, M./ Schulte, E./ Schumacher, U.; Voll, M./ Wesker, K.
Verlag: Thieme
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Preis: 39,99 EUR
Seitenzahl: 394
ISBN: 9783132411098
Bewertung:

Inhalt

Die Prometheus Lernkarten des Bewegungssystems sind, soviel sei im Vorhinein gesagt, an sich für die Ausbildung von Physiotherapeuten gedacht. Insofern umfassen sie nicht das gesamte Wissen, das für die Testate Passiver und Aktiver Bewegungsapparat benötigt wird. Der Schwerpunkt wird inhaltlich besonders auf die Gelenke gelegt. Die Gesamtheit der Karten ist in folgende Sektionen unterteilt: Schulter und Schultergürtel, Ellenbogen, Hand und Finger, Hüfte, Knie, Fuß und Zehen, sowie verschiedene Blöcke bezüglich der Wirbelsäule (Grundlagen, Schädel, Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und Thorax, Lendenwirbelsäule und Beckenboden). Die Abbildungen der Karten entstammen den Bänden des Prometheus Lernatlas, neben anatomischen Bezeichnungen werden auch weiterführendes Wissen vermittelt bzw. abgefragt.

Didaktik

Wie bei Lernkarten so üblich, gibt es zwei Seiten: eine abfragende und eine auflösende Seite. Anders als beispielsweise die Sobotta Lernkarten, die wesentlich detailreicher anatomische Bezeichnungen der unterschiedlichen Strukturen abfragen, gibt es hier einen Schwerpunkt auf bestimmte Strukturen, denen dann auf der Rückseite ein wenig zusätzliches Wissen (wie in den Texten des Prometheus Lernatlas) und klinische Hinweise zugefügt werden. Zusätzlich zu den anatomischen Bezeichnungen des auf der Vorderseite einer Lernkarte befindlichen Bildes werden Fragen gestellt, die tatsächlich denen in einem Testat recht ähnlich sein können (bspw. in der Sektion Kniegelenk, Bewegungen II: „Um welche Achse erfolgen Innenrotation und Außenrotation im Kniegelenkt? Wie groß ist das Bewegungsausmaß? Wie verhalten sich die Menisken, die Patella sowie die Kreuzbänder bei Rotationsbewegungen?“). Innerhalb eines jeden Abschnitts wird der gewohnten Lehrsystematik des Lernatlas gefolgt: Gelenke und Bänder zuerst, gefolgt von Topografie der Muskeln, Systematik der Muskeln, Funktion und letztlich Innervation.

Nicht behandelt werden z.B. Besonderheiten einzelner Knochen (unter anderem Ulna und Radius oder die einzelne Rippe), auch wird in keinster Weise auf Gefäßversorgung eingegangen. Während Hand und Fuß recht umfangreich behandelt werden, kommt der Schädel beispielsweise viel zu kurz. Für solche Fälle also unbedingt ein anderes Lehrmittel zu Rate ziehen!

Preis/Leistung und Fazit

Wer ein umfangreiches anatomisches Wissen erlangen möchte, dem sei von den Lernkarten Bewegungssystem als Hauptlernmittel abgeraten. Doch tatsächlich erhält man einen guten Fokus auf bewegungsrelevante Zusammenhänge, diejenigen Strukturen, die wirklich unbedingt zu nennen sind, sollte man ein Gelenk erläutern müssen und auch die Fragen leiten (für die meisten Prüfer) ganz gut auf eine Testatsituation hin. Wer sich selbst gerne beim Lernen mit vorbeschrifteten Abbildungen hintergeht und sich zwingen möchte, sich wirklich abzufragen, der nehme gerne diese Lernkarten und ergänze sei Wissen mit Lehrbüchern und/ oder Atlanten. Praktisch ist, wer Prometheus gernhat, dass eben dieselben Abbildungen verwendet werden wie in den Atlanten und der Dualen Reihe. Knapp 40 € sind zwar nicht wenig Geld und wer gut mit Büchern zurechtkommt, der kann sie sich sparen, aber ansonsten kriegt man genug für den Preis. Man sollte sich nur dessen bewusst sein, was genau man bekommt, nämlich einen Überblick mit spezifischem (und nicht an Testaten bemessenem) Fokus.