Prüfungsvorbereitung Rechtsmedizin

Kategorien: Rechtsmedizin.

Titel: Prüfungsvorbereitung Rechtsmedizin (2.. Auflage)
Autor: Gisela Zimmer
Verlag: Thieme
Preis: 17.95 EUR
Seitenzahl: 164
ISBN: 978-3131411723
Bewertung:

Inhalt

Um es gleich vorweg zu nehmen, „Prüfungsvorbereitung Rechtsmedizin“ ist kein Lehrbuch für jemanden der das Fach liebt und intensiv in den Stoff eintauchen will. Dies will dieses Buch aber auch nicht sein. Sinn und Zweck dieses 164 Seiten schlanken Werkes ist einzig und allein die Prüfungsvorbereitung, ganz so wie der Tittel bereits verspricht.Das Grundprinzip des Buches wird durch seine Zweiteilung bestimmt. 83 Seiten bilden das Lehrbuch, was durchaus an einem Tag zu schaffen ist. Da allerdings eine so komprimierte Faktenvermittlung meist nicht alleine zur Vorbereitung reicht gibt es auf den restlichen 81 Seiten zahlreiche Übungsfragen, die zudem ausführlich besprochen werden.Der Inhalt des Lehrteils ist sehr kompakt gehalten und vermittelt die wichtigsten Fakten fast schon so komprimiert wie ein Skript. Dabei fallen allerdings kaum wichtige Dinge unter den Tisch. Gerade diese Aufmachung ist es, die das Buch auch als Nachschlagewerk prädestiniert. Anschaulich verdeutlicht wird das Ganze durch zahlreiche Bilder, Grafiken und Tabellen, die nahezu die Hälfte der Seiten füllen. Die Übungsfragen und Lösungen kommen indes gänzlich ohne Bebilderung aus. Allerding sind die Lösungen durchaus hochwertig und lassen den Leser selten mit offenen Fragen zurück. Dies ist leider nicht immer selbstverständlich. Die Fragen eignen sich dabei sowohl für das Lernen in der Gruppe, als auch für ein Eigenstudium wenige Tage vor der Prüfung.

Didaktik

Hier sollte man sich einmal mehr genau über seinen Lerntyp im Klaren sein. Wie oben bereits beschrieben wird das Buch niemanden befriedigen, der jede Stunde intensiv nachbearbeiten möchte und auch die kleinste Besonderheit nachschlägt. Wer allerdings gerne 2 Tage vor der Klausur anfängt zu lernen bekommt hier ein Buch das sowohl im Umfang als auch in der Aufmachung diesem Lernverhalten Rechnung trägt.Auch und gerade visuelle Lerntypen kommen durch die hohe Bilderanzahl auf ihre Kosten. Leider führt dies allerdings manches Mal dazu, dass das Schriftbild regelrecht zerrissen wird. Wer auf einen zusammenhängenden, glatten Text angewiesen ist wird hier sicher nicht glücklich. Hier hätte man sich vom Layouter etwas mehr Respekt vor dem geschriebenen Wort gewünscht. Gerade wenn dann noch die recht häufigen „Cave“ und „Merke“ Boxen die Seite füllen wird es schnell bunt und unruhig.Zudem sind Bilder und Text nicht selten unpassend verteilt, so dass der zugehörige Text zum Bild eine Seite weiter zu finden ist. Dies provoziert eifriges Blättern.Die Bilder selbst sind allerdings von hoher Qualität. Lediglich die Skizzen und Grafiken wirken sehr heterogen. Hier hätte ein einziger Zeichner dem Buch einen einheitlichen Stil geben können. So wirkt es oft wie eine Zusammenstellung der Top-Treffer der Google Bildersuche. Die einzelnen Grafiken sind meist gut, passen aber eben nicht zueinander. Hier hat Thieme durchaus schon besseres vollbracht.All dies ändert allerding nichts am guten Inhalt und sollte individuell beurteilt werden. Sicherlich kann eine solche Aufmachung auch anregend wirken.

Preis/Leistung und Fazit

Mit knapp 18€ liegt dieses Kurzlehrbuch sicherlich am unteren Rand dessen, was ein Medizinstudent gewöhnt ist. Umfang und Inhalt rechtfertigen den Preis allemal. Wenn man das Buch dann noch als Nachschlagewerk im Schrank behält ist der Preis sogar als sehr günstig anzusehen. Gründe dieses Buch noch mal hervorzuholen gibt es dabei genug, sei es um sich noch einmal die wichtigsten  Punkte einer Leichenschau vor Augen zu führen, berufsrechtliche Fragen zu klären oder sich den Ablauf einer korrekten Spurensicherung bei Vergewaltigungsopfern noch einmal anzueignen. Gerade weil diese Themen viele Ärzte später nur selten tangieren werden ist es wichtig ein Werk im Schrank zu wissen, dass man als Ausgangspunkt seiner Recherche zu Rate ziehen kann.