Psyche und Ästhetik – Die Transformationen der Kunsttherapie

Kategorien: Psychiatrie/ Psychosomatik und Sonstige.

Titel: Psyche und Ästhetik – Die Transformationen der Kunsttherapie (2. Auflage)
Autor: Karin Dannecker
Verlag: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Preis: 59,95 EUR
Seitenzahl: 271
ISBN: 3939069922
Bewertung:

Inhalt

Die zweite Auflage von „Psyche und Ästhetik – Die Transformationen der Kunsttherapie“ ist weiterhin alleinig geschrieben von einer Kunsttherapeutin, die eben dieses Fach in den USA studiert hat. Sie verbindet in ihrem Buch Kunst und Psychotherapie, und möchte die Erfolge deutlich machen, die bei manchen Patienten damit erreicht werden  können.

Die Autorin beginnt mit den Grundlagen der Kunst: Wo liegen die Ursprünge, was bedeutet Kunst und Ästhetik für Menschen, welche Funktionen kann die Kunst haben und wozu benötigt man eine Kunsttherapie. Es folgt eine Reise durch die verschiedenen Gebiete und Anwendungsmöglichkeiten der Kunsttheorie: Objektbeziehungen als Spiegel der Seele, Ausdruck von Individualität, Ansätze verschiedener Forscher und Möglichkeiten im Umgang mit Borderline-Patienten. Sie beantwortet die Frage, wie Fragmente der Kunst gedeutet werden können und wie sie in Verbindung mit Schizophrenie stehen. Sie bezieht Sigmund Freuds „Übertragung und Gegenübertragung“ auf die Kunst und die Ästhetik, um danach den Unterschied zwischen Symbolik und Sprache darzulegen. Es folgt eine Materialkunde, in der noch einmal weitergehende Möglichkeiten der Kunsttherapie aufgezeigt werden, bevor am Ende die Frage behandelt wird, wie nützlich diese Form der Therapie in Wirklichkeit ist. Dabei wird die „Transformation“ durch die Kunsttherapie in den Vordergrund gestellt.

Didaktik

Das Buch hat eine sehr gute Gliederung. Sie führt interdisziplinär Interessierte, aber völlig Fachfremde gut in die Thematik ein, in dem sie vom großen Ganzen auf kleinere Aspekte gibt. Ihre Ausführungen untermalt und veranschaulicht sie mit verschiedenen dazu passenden Bildern, die sie von ihren Patienten erworben hat. Dabei interpretiert sie die Arbeiten nicht nur, sondern gibt sie als Beispiele zur Selbstinterpretation hinzu – natürlich passend zum gerade behandelten Thema.Der Prosatext ist gut und flüssig lesbar, die Sprache sehr gewählt aber nicht anstrengend, passend zum Thema einfach sehr rund und ästhetisch geschrieben.

Hinter jedem Kapitel sind lange Fußnotenangaben, die zahlreiche Verweise zu fundierten Studien und renommierten Wissenschaftlern enthalten.

Preis/Leistung und Fazit

Mit knappen 60 Euro ist dieses Buch schon eines der teureren Fachliteratur. Das Werk ist gedacht für Therapeuten, die sich mit der Kunsttherapie beschäftigen wollen, und deshalb ungeeignet für Medizinstudierende, da der Inhalt sehr speziell und nicht Prüfungsrelevant ist. Wer an Kunst und ihre Auswirkungen auf die Psyche Interesse hat, kann dieses Buch auch mal im Hinterkopf behalten. Die durchweg positiven Rezensionen und Reaktionen auf die erste Auflage lassen erkennen, dass dieses erste interdisziplinäre Buch auf diesem Gebiet ein guter Vorreiter ist.