Siegenthalers Differenzialdiagnose: Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose

Kategorien: Allgemeinmedizin, Clinical Skills, Innere Medizin, Notfallmedizin und Sonstige.

Titel: Siegenthalers Differenzialdiagnose: Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose (20. Auflage)
Autor: Edouard Battegay (Herausgeber)
Verlag: Thieme
Preis: 120 EUR
Seitenzahl: 1167
ISBN: 9783133448208
Bewertung:

Inhalt

 

Das wuchtige Buch „Siegenthalers Differentialdiagnose“ überzeugt mit einer im Medizinstudium sehr unüblichen Herangehensweise, die jedoch äußert praxisnah ist. Die Kapitel gliedern sich nach den wichtigsten Leitsymptomen, mit dem Zusatz der „Allgemeinen Differentialdiagnose“ (Ein Paradoxon?). Die Übergeordneten Kapitel lauten „Fieber“, „Schmerz“, „Ödeme“, „Hämatologische Symptome“, Halsregion, „Kardiopulmonales Symptome“, „Gastrointestinale Symptome“, „Nephrologische Symptome“ und „Neurologische Symptome“. Abschließend gibt es die zwei Kapitel „Diverse Symptome“ und „Laborchemische Differentialdiagnose“.

Angegliedert ist ein äußert umfangreiches Sachverzeichnis als Register.

Unglücklicherweise fehlt ein Inhaltsverzeichnis nach Farben zu Beginn des Buches. Stattdessen muss mit dem ausführlichen Verzeichnis gearbeitet werden. Da hilft das farbig codierte Daumenregister auch nur begrenzt, außer bei einer sehr häufige Nutzung des Buches. Insbesondere das häufige Vorkommen der DD-Navigatoren macht im Buch-Bauch einen unübersichtlichen Eindruck aufgrund der Häufigkeit der farbigen Codierungen.

 

Viele Inhalte sind in übersichtlichen Tabellen in Stichworten aufbereitet. Oftmals sind die Krankheiten auch mit anschaulichen Bildbeispielen versehen. Das gilt insbesondere für Krankheiten mit Hautzeichen oder ähnlichen Symptomen, wo die Visualisierung eine definitive Hilfe zur Diagnosestellung bietet. Mit knapp 860 Abbildungen ist das Buch auch nicht überfrachtet. Das fast 100 Seiten starke Register und die 34 Kapitel lassen auf fast 1200 Seiten keinen Wunsch offen. Sogar auf aktuelle Quellenangaben mit Hinweisen zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum jeweiligen Thema wurde zu Ende jeden Kapitels nicht verzichtet.

 

Didaktik

 

Das Buch ist in seiner Form zumindest auf dem deutschsprachigen Markt einzigartig und auch in seiner Form einer sehr moderne und wertvolle Hilfe.

 

Zu Beginn eines jeden Kapitels findet sich ein sogenannter „Differentialdiagnose-Navigator“. Hier werden die Kernpunkte des Symptoms zusammengefasst, und es finden sich übersichtliche Tabellen und Grafiken zum jeweiligen Symptom. Die Komplexität der Symptome und Krankheiten finden hier meist eine sehr übersichtliche und trotzdem detailreiche Darstellung. Der Navigator ist in seinen Einzelteilen auch zu Beginn erläutert, weil er in der praktischen Nutzung das Zentrum eines jeden Kapitels darstellt. Zusätzlich zur Aufschlüsselung möglicher Krankheiten finden sich auch die möglichen Ursachen, die häufigsten Ursachen, mögliche Begleitsymptome zum Abgleich zum eigenen Fall und praktische Hinweise zum Vorgehen und zu möglicher weiterführender Diagnostik.

 

Die Textspalten verzichten auf Überflüssiges und Füllwörter und oft werden Aufzählungszeichen zur übersichtlicheren Strukturierung des Textes benutzt. Trotzdem bleibt der Text lesbar und auf die sonstige Aufmachung des Buches ist angenehm und zurückhaltend. Mit Ausnahme von wichtigen Merke! – Kästchen wurde auf eine farbig hinterlegte Hervorhebung von Inhalten geachtet. Da dies teilweise in modernen Werken überhandnimmt, sei es hier positiv angemerkt.

 

Preis/Leistung und Fazit

 

Die 120€ sind im Hinblick auf die Zielgruppe (Studierende der klinischen Semester und Assistenzärzte ebenso wie klinisch versierte Doktoren, die ein sehr übersichtliches und ausführlichen Kompendium zum Nachschlagen von Differentialdiagnosen wünschen) ein sehr gut bezahlbarer Preis für das Buch.

Aufgrund der extrem praxisnahen Aufbereitung gibt es eine absolute Kaufempfehlung für alle diagnostisch tätigen Mediziner!