Sobotta Lernkarten- Organe, Leitungsbahnen und ZNS

Kategorien: Anatomie.

Titel: Sobotta Lernkarten- Organe, Leitungsbahnen und ZNS (1. Auflage)
Autor: Lars Bräuer
Verlag: Elsevier
Preis: 19,95 EUR
Seitenzahl: 137
ISBN: 3437413724
Bewertung:

Inhalt

Die 137 Lernkarten im A6-Format behandeln Organe, Leitungsbahnen und das Thema ZNS. Bei den Organen wird zwischen Brust-, Bauch- und Beckeneingeweiden unterschieden. Die Leitungsbahnen sind untergliedert in die beiden Extremitäten, sowie Kopf und Rumpf. Die Karten zum Gehirn und Rückenmark sind untergliedert in Blutversorgung, Gehirn, Hirnnerven und Rückenmark. Insgesamt scheinen die Themen insgesamt vollständig den Inhalt eines Lehrbuchs wiederzugeben. Auf jeder Karte gibt es eine Frage, wie sie beispielsweise in einer mündlichen Prüfung gestellt werden könnte und eine bunte Abbildung. Auf der Rückseite findet man die Antwort und gegebenenfalls weitere Zusatzinformationen beziehungsweise Abbildungen. Beim Kauf der Karten erhält man einen Online-Zugang zu einem interaktiven Testat-Trainer.

Didaktik

Das Lernen mit  Karten ist eine attraktive Möglichkeit sich auf mündliche Prüfungen oder auf Klausuren vorzubereiten. Die Größe ist dabei perfekt, um sie zwischendurch auszupacken und zu lernen. Die Abbildungen sind gut erkennbar und teilweise auch im A5-Format (geklappte Karte) vorhanden, um komplexe Sachverhalte darzustellen. Viele Abbildungen haben auf der Vorderseite nur Zahlen an den einzelnen Strukturen und auf der Rückseite befindet sich die beschriftete Version. Diese Art der Gestaltung eignet sich sehr gut, um bereits Gelerntes zu überprüfen.  Leider sind manche Karten regelrecht mit Beschriftungen überladen- das ist eher demotivierend als informativ. Gerade bei der Darstellung von Nervengeflechten oder der Blutversorgung von Organen muss ein Atlas benutzt werden, um einen besseren Einblick zu erhalten. Ein großer Fokus wird bei vielen Karten auf den Lymphabfluss oder vegetative Innervation gelegt. -Natürlich gibt es Prüfer, die Details hierüber fragen. Das ist aber eher selten der Fall und sollte nicht so überrepräsentiert sein. Positiv hingegen sind die Fragen nach Eigennamen, die gerne Gegenstand mündlicher Prüfungen sind oder mit denen man einen guten Eindruck hinterlassen kann. Dieses Detailwissen verdrängt aber leider einen wirklich wichtigen Aspekt der Anatomie: die Topographie.  Wie liegen die Organe zueinander? Das erfährt man hier in den seltensten Fällen. Ein anderer Punkt ist, dass die Organkarten nur einen sehr oberflächlichen Eindruck davon vermitteln, was in der Prüfung gefragt wird. Besonders bei den Beckenorganen und im ZNS-Block fehlen wirklich viele Informationen. Die Karten über die Leitungsbahnen hingegen sind ganz gut, um Blutversorgung und Innervation zu lernen- natürlich nur, wenn man schon ein größeres Lehrbuch bemüht hat. Bei 32 Karten kann man ja nicht erwarten ausreichend über die Leitungsbahnen des ganzen Körpers informiert zu sein. Für Studenten, die gerade die Hirnnerven lernen sind die Karten empfehlenswert, da sie recht detailliert sind.  Die anderen Karten zum Aufbau des Gehirns beschriften zwar alle wichtigen Strukturen,  erklären aber keine funktionellen Zusammenhänge. Man kann nach dem Lernen also seinen eigenen Atlas malen, aber nicht erklären was eigentlich passiert. Es wäre allerdings auch wirklich schwer komplexe Leitungsbahnen im ZNS auf eine A6-Karte zu drucken. Da bedarf es definitiv eines eigenen Buches.  Zuletzt noch etwas Positives: Die Lernkarten verraten viele wichtige und gute Lernsprüche, um sich beispielsweise die Reihenfolgen von Nerven- und Arterienaustritten zu merken.

Preis/Leistung und Fazit

Wie man meiner Beschreibung der Didaktik schon entnehmen kann, konnten mich die Lernkarten nicht wirklich überzeugen. Es wird versucht eine zu große Themenfülle auf wenige Karten zu beschränken und dabei wird der Fokus manchmal nicht auf das Wesentliche, sondern auf viele kleine Details, beschränkt. Trotz der ganzen Kritik ist die Art des Lernens und besonders des Wiederholens mit den Karten gut- gerade für „Bildlerner“. Es ist schließlich einfacher sich an einer mit Zahlen beschrifteten Karte selbst zu prüfen, als bei einem Atlas immer wieder die Hand über die Beschriftungen zu legen. Sie sind ebenfalls hilfreich, wenn man sich mal mit mehreren gegenseitig abfragen möchte. Auch der Online-Zugang macht die Testat-Vorbereitung natürlich attraktiver. Die Karten  können also eine schöne Ergänzung zu einem guten Lehrbuch/Atlas sein- aber auch nicht mehr. Die meisten werden sich auch ohne die Karten denken können, was in Prüfungen gefragt wird- dafür gibt es schließlich Kommilitonen und Professoren. Insgesamt finde ich deshalb das Preis-Leistungs-Verhältnis (19,95€) nur mäßig.