Social Media für Praxis und Klinik

Kategorien: Sonstige.

Titel: Social Media für Praxis und Klinik (1. Auflage)
Autor: Marc Däumler
Verlag: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Preis: 14,95 EUR
Seitenzahl: 175
ISBN: 9783954660032
Bewertung:

Inhalt

Jeder kennt den Begriff Social Media. Aber was ist das eigentlich? Welche von den vielen Social Media-Möglichkeiten eignen sich für einen Arzt oder eine Klinik, um damit Patienten zu gewinnen? Wie kann Facebook oder Twitter im Praxis- oder Klinikalltag ohne großen Aufwand effektiv realisiert werden? Diese Frage versucht Marc Däumler in seinem Buch „Social Media für Praxis und Klinik“ zu beantworten. Dazu beschreibt er nacheinander die Eigenheiten und den Umgang mit den verschiedenen Social Media-Plattformen. Zu Beginn geht es um Facebook und dort genauer um die Unterscheidung zwischen Profil und Seite sowie den Möglichkeiten einer Facebook-Seite im Vergleich zu einer Homepage. Zudem gibt es eine Anleitung mit dem Titel „in 45 Minuten zum eigenen Facebook-Auftritt“ und einige Themenvorschläge für die eigene Seite. Im Kapitel „Twitter für Ärzte“ erklärt der Autor, wie die Patienten vom eigenen Twitter-Account erfahren und wie man die Zahl seiner Follower erhöht. Im den folgenden Kapiteln geht es um die eher seltenr genutzten Plattformen Xing, LinkedIn, YouTube, Flickr und Google+. Zum Schluss gibt es noch einen kleinen Ausblick unter dem Titel „Wohin geht der Trend“.

Didaktik

Wie der Autor selbst schreibt, richtet sich das Buch primär an Einsteiger ohne Vorwissen. Und das scheint er wirklich ernst zu meinen. Denn die Anleitungen zur Erstellung eines Facebook- oder Twitter-Accounts sind derart kleinschrittig, dass man fast das Gefühl bekommt, nur IT-Experten könnten ohne Anleitung mit Facebook klar kommen. Frei nach dem Motto „Welcome to the internet“ beginnt das Kapitel „Erstellen eines Profils“ wie folgt: „Öffnen Sie Ihren Internetbrowser und besuchen sie die Seite https://www.facebook.com. Falls Sie mit dem Wort ‚Internetbrowser‘ nichts anfangen können, hier das gleiche anders ausgedrückt: Gehen Sie ins Internet und geben Sie oben www.facebook.com ein.“ Auf den weiteren Seiten folgt eine Vielzahl von Screenshots, mit Hilfe derer Schritt für Schritt das Ausfüllen der Registrierungsformulare erklärt wird. Jedem kleinsten Unterpunkt wird hier eine halbe Seite gewidmet. Etwas später gibt es einen Hinweis zum Umgang mit negativem Feedback auf der eigenen Facebook-Seite: „rasch löschen“. Im Kapitel zu Twitter beginnt der Autor ebenso ausführlich wie zuvor. Auch hier gibt es wieder einige Screenshots und sogar Tipps zum Erstellen eines sicheren Passworts. Den Abschluss des Kapitels bildet eine zwei Seiten umfassende Abhandlung über das An- und Abmelden. Jeder, der in den Tiefen des Internets den Weg zu dieser Rezension gefunden hat, wird mir zustimmen, dass wirklich nur absolute Anfänger eine derart detaillierte Anleitung nötig haben.

Preis/Leistung und Fazit

Für den Preis von 14,95€ kann man gegen das Buch eigentlich nicht viel sagen. Dennoch ist es in meinen Augen mehr als unnötig, sich als Medizinstudent solch eine Anleitung für das Internet zuzulegen. Wenn von uns verlangt wird, unsere Stundenpläne und Klausuranmeldungen online zu verwalten und Bescheide über die Rückmeldung zum nächsten Semester nur noch per Mail verschickt werden, sollte wohl jeder von uns in der Lage sein, die URL-Zeile im Browser zu finden. Der Autor sagt im letzten Kapitel selbst folgendes: „‚Früher‘ war es von Vorteil, einen Internetauftritt zu haben. Wer heute einen Internetauftritt hat, hat keinen Vorteil mehr. Es muss ein ‚guter‘ Internetauftritt sein“. Dennoch handelt es sich bei seinem Buch viel mehr um eine Anleitung für den ersten Kontakt mit dem Internet als um einen Ratgeber für einen guten Internetauftritt. Medizinstudenten und junge Ärzte haben so etwas nicht nötig und ältere Ärzte sollten lieber ihre Angestellten oder eventuell ihre Kinder um Rat bitten, anstatt dafür ein Buch zu kaufen.