Taschenatlas Anatomie 3 Nervensystem und Sinnesorgane

Kategorien: Anatomie.

Titel: Taschenatlas Anatomie 3 Nervensystem und Sinnesorgane (10. Auflage)
Autor: Werner Kahle, Michael Frotscher
Verlag: Thieme
Preis: 30 EUR
Seitenzahl: 420
ISBN: 9783134922103
Bewertung:

Inhalt

Der letzte der drei Bände des „Taschenatlas Anatomie“ von Thieme behandelt das Nervensystem und die Sinnesorganen. Das Buch beginnt mit einer Einleitung und dem Überblick über die kindliche Entwicklung des Gehirns. Ein Kapitel über die Grundelemente des Nervensystems: die Nervenzellen, Synapsen, Nervenfasern etc. folgt.Behandelt werden:

  • Hirn
  • Rückenmark
  • Gefäß und Liquorsystem
  • VNS
  • Funktionelle Systeme
  • Auge
  • Gehör und Gleichgewicht

Nicht beinhaltet ist die Haut, die manche Verlage bzw. Autoren mit bei den Sinnesorganen eingliedern.Wie bei den anderen beiden Bänden der Reihe und einigen anderen Thieme Büchern ist die erste Seite des Buches auch ein Inhaltsverzeichnis.

Didaktik

Der Inhalt weist bereits auf den Umfang dieses Taschenlehrbuchs hin. „Fehlen“ tut allenfalls das Kapitel Haut. Der Atlas ist durchweg eine Kombination aus Bildern und Text, jeweils die linke Seite ist Text während rechts die Zeichnungen von Gerhard Spitzer zu finden sind. Viele der Bilder sehen moderner aus, während andere noch sehr an gute alte eingefärbte Bleistiftzeichnungen erinnern. Die fehlende Kontinuität durch die nur teilweise Aktualisierung der Bilder ist nicht nachteilhaft, und fällt allenfalls beim schnellen Durchlesen oder eingehendem Studium des Buches auf. Die Verwendung von etwas mehr Farbe in den neueren Bildern ist eine gute Idee gewesen. Die Trennung von Text und Bild birgt einige Nachteile: zwar ist das Schema immer gleich und man muss sich nicht auf jede Seite neu einstellen, und natürlich ist der Text durch die „Ausgliederung“ der Bilder flüssiger zu lesen, aber sofern man ein Bild gar nicht kennt sucht man einige Zeit um die verschiedenen Bezeichnungen der Bildteile im Text wiederzufinden. Dadurch ist der Überblick den die Zeichnungen geben sollten etwas vermindert. Die Nummerierungen der Bilder sind fettgedruckt, damit man sie leichter finden kann. Das stört leider den Lesefluss und oft guckt man auf die Zahlen anstatt die wichtigen Begriffe wenn man die Seiten überfliegt. Eine farbige Hervorhebung statt des Fettdrucks wäre vielleicht eine Alternative.

Preis/Leistung und Fazit

Der Preis für die ~420 Seiten ist relativ günstig. Der allererste Blick in die Anatomie sollte doch besser mit einem großen, richtigen Atlas geschehen, einem der auch echte Bilder beinhaltet anstatt nur Zeichnungen, und einem mit modernen Bildern wie von (Elektronen-)Mikroskopen, CT / MRT o.a. bildgebenden Verfahren. Diese Bilder werden besonders in der Neuroanatomie immer wichtiger. Das erste Lernen kann sehr zeitaufwendig sein, da man ewig nach der Beschriftung der Bilder suchen muss. Für Studenten oder Ärzte ist er der Taschenatlas jedoch sicherlich eine Alternative, auch zum Nachlesen. Die klinischen Bezüge sind unter Umständen nicht ausführlich genug, so findet man zum Beispiel auf der Seite die sich mit „cochlea“ auseinandersetzt keinen einzigen Satz zu Cochlea-Implantaten oder ähnlichen Eingriffen bzw. der Störung die den Eingriff nötig machen. Für den Kurs der makroskopischen Anatomie ist er jedoch nur bedingt geeignet, höchstens zum Nachschlagen einer kleineren Frage. Sinnvoll wäre er jedoch für Reisen, Famulaturen oder als „Alternativ-Atlas“ für Studenten mit 2. Wohnsitz oder einem Büro. Erwähnenswert ist die die Auflagenzahl: mit 10 Auflagen seit 1975 ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fehlerfrei. Bewährtes trifft auf neue Erkenntnisse in der Medizin in diesem Buch.