Taschenatlas Biochemie des Menschen

Kategorien: Biochemie.

Titel: Taschenatlas Biochemie des Menschen (4. Auflage)
Autor: Jan Koolmann, Klaus-Heinrich Röhm
Verlag: Thieme
Preis: 32,95 EUR
Seitenzahl: 529
ISBN: 9783137594048
Bewertung:

Inhalt

Der Taschenatlas Biochemie von Thieme soll mit seinen zahlreichen Farbtafeln auf knapp 500 Seiten den Medizinstudenten das Verständnis der Biochemie erleichtern. Dazu wird versucht, mit den chemischen Grundlagen beginnend, das gesamte Stoffgebiet des medizinisch relevanten Teils der Biochemie abzudecken. Diese ausdrückliche Einschränkung auf die Biochemie des Menschen, welche sich auch im Titel widerspiegelt, ist eine der Veränderungen dieser vierten Auflage. Auf biochemische Aspekte der Pflanzenwelt wurde zugunsten vieler klinischer Verknüpfungen verzichtet. Selbstverständlich musste ein Kompromiss zwischen Detailreichtum und Kompaktheit getroffen werden, denn es handelt sich eben um ein Taschenbuch – die Autoren erheben auch nicht den Anspruch, ein Lehrbuch zu ersetzen.Dieser Kompromiss gelingt jedoch je nach Themenbereich besser oder schlechter, insgesamt jedoch relativ gut, sodass man vom Stoffumfang mit dem Taschenatlas auf Prüfungen ausreichend vorbereitet wäre. Die Folge davon ist eine hohe Informationsfülle auf kleinem Raum, was je nach Lerntyp ja Vor- oder Nachteil sein kann. Dabei werden alle Physikumsgebiete behandelt und auch die Gliederung orientiert sich grob am Gegenstandskatalog.Inhaltlich bietet der Taschenatlas also fürs Physikum ausreichendes und der Seitenzahl entsprechend stark konzentriertes Wissen.

Didaktik

Wie von anderen Thieme-Taschenatlanten bekannt, ist jede Doppelseite in eine Grafik- und eine Texthälfte aufgeteilt. Hierbei steht die Farbtafel eindeutig im Vordergrund, was diesen „Atlas“ von einem Lehrbuch unterscheidet. Nicht die Grafiken unterstützen den Text, sondern der Text unterstützt die Grafiken und liefert Zusatzinformationen, welche nicht in den Bildern transportiert werden können. Als Folge dieser klaren Schwerpunktsetzung stellt eine Doppelseite immer einen relativ abgeschlossenen Bereich, wie zum Beispiel den Stoffwechselweg der Glykolyse, dar. Dies führt jedoch zwangsweise dazu, dass komplexere Themenbereiche in den Grafiken entweder stark komprimiert oder auf mehrere Tafeln aufgeteilt werden müssen. Dies ist meiner Meinung nach ein Problem im Konzept der Thieme-Taschenatlanten, welches hier (wenngleich selten) auftritt.Als weiteres Manko könnte man sehen, dass durch die Fixierung auf die Bilder im Text kein Lesefluss entstehen kann, wie es in den bekannten Lehrbüchern der Fall ist.Aus diesen Gründen ist der Taschenatlas in meinen Augen weniger zum „Durcharbeiten“ und Auswendiglernen geeignet, als eben jene Lehrbücher. Vielmehr kann das Buch den Studenten beim Studium in den meisten Bereichen unterstützen. Denn gerade die klaren Grafiken können eben auch in ihrer Vereinfachung über komplexe Themen einen guten Überblick geben, falls einem von den Lehrbüchern durchs Fließtextlesen der Kopf brummt. Dazu trägt vor allem die einheitliche, klare Gestaltung der Grafiken dar, welche auf der Cover-Innenseite erklärt wird. So findet sich z.B. der Unterschied zwischen ATP und ADP in der Form ihrer Symbole und auch Die Organe und verschiedene Arten von Membranproteinen werden durch einfache, einleuchtende Schemata dargestellt.Durch die Abgeschlossenheit der einzelnen Einheiten taugt der Taschenatlas außerdem gut zum Nachschlagen – die Unterthemen sind ja kompakt zusammengefasst und im Begleittext auch ausführlich erklärt. Hierzu sei aber noch anzumerken, dass im Atlas nicht (zB. Durch Einrückung oder Schriftgröße)zwischen wichtigem und weniger relevantem Wissen unterschieden wird und so für den unbedarften Leser nicht ohne erkennbar ist, wie tief gehend ein Gebiet behandelt wird.

Preis/Leistung und Fazit

Der Taschenatlas ist für ca. 33 Euro bei Thieme erhältlich und zählt damit nicht unbedingt zu den Schnäppchen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass er das Lehrbuchstudium nicht ersetzen kann. Bei denjenigen, denen für die komplexen Stoffwechselvorgänge die Schemata in den Lehrbüchern nicht ausreichen, kann der Taschenatlas jedoch durch die klare Darstellung und die andere Schwerpunktsetzung vielleicht dafür sorgen, dass es „Klick“ macht. Dafür ist der Preis dann doch angemessen. Dass sich die Anschaffung allerdings als reines Nachschlagewerk lohnt, denke ich nicht. Dazu sollte lieber auf eines der Standardwerke zurückgegriffen werden, eben weil dort die Unterscheidung zwischen relevantem und unwichtigen Wissen vollzogen wird.