Von Monstern, Pest und Syphilis: Medizingeschichte in fünf Jahrhunderten

Kategorien: Sonstige.

Titel: Von Monstern, Pest und Syphilis: Medizingeschichte in fünf Jahrhunderten (1. Auflage)
Autor: Wolfgang Hach, Viola Hach-Wunderle
Verlag: Schattauer
Preis: 19,99 EUR
Seitenzahl: 264
ISBN: 9783794532100
Bewertung:

Inhalt

Das Buch mit dem Untertitel „Medizingeschichte in fünf Jahrhunderten“ beschreibt Ereignisse wie die Pest in Wien, porträtiert frühe Ärzte oder erklärt alte Diagnosemethoden und Therapien. Ferner beschreibt es Schillers Krankheitsgeschichte und verfolgt den Verlauf der Syphilis in Europa. In den letzten drei Kapiteln geht es dann um die Chirugie der großen Venen in den letzten hundert Jahren, um die Entdeckung der sekundären Leitveneninsuffizienz im Jahr 1991, um die paratibiale Fasziotomie und die Entdeckung des chronisch-venösen Kompartmentsyndroms. An den letzten drei Themen war der Erstautor maßgeblich beteiligt. Das ganze wirkt irgendwie zusammengestückelt, und das ist es auch. Die Autoren schreiben im Vorwort:

„In unserem Buche scheinen die Themen nach dem Titel „Monster, Pest und Syphilis wahllos herausgegriffen zu sein. Tief verborgen lassen sie aber doch ein verknüpfendes Fluidum erkennen, die venöse Zirkulation“. Die Kapitel entstanden aus unverbundenen Artikeln, die im Laufe von Jahren im Journal „Phlebologie“ veröffentlicht wurden.

Autor des Buch ist der Wolfgang Hach, ehemaliger Präsident und jetziges Ehrenmitglied der deutschen Gesellschaft für Phlebologie, und seine Tochter Viola Hach-Wunderle, ebenfalls eine bekannte Phlebologin. Wolfgang Hach, der viele neue Behandlungsmethoden erfand und einführte, und seine Arbeit in einer endlos lange Liste von Veröffentlichungen dokumentierte, war bei Erscheinen des Buchs bereits 86 Jahre alt.

Didaktik

Das Buch bietet leider keine Übersicht über die Medizingeschichte, sondern im Wesentlichen Unterhaltsames und Anekdotisches aus fünf Jahrhunderten Medizin. Etwas problematisch ist das stark schwankende Niveau der Artikel. Manche sind allgemeinverständlich, andere eigentlich nur Mediziner und einige wiederum nur für Phlebologen wirklich verständlich. In den vielen langen Zitaten stecken alte Fachworte, die heute niemand mehr kennt. Das hätten die Autoren vielleicht etwas genauer erklären können. Einige Kapitel sind sehr gut verständlich, wie das Kapitel über die Aderlass-Therapie, einige erscheinen etwas durcheinander wie das Kapitel über Schillers Krankheiten.Beim Kapitel über die „Sympathetische Salbe“ geht es weniger um Medizin als mehr um Magie. Salbe, die auf eine Waffe aufgetragen wird, soll die Wunde heilen, die mit dieser Waffe geschlagen wurde (sogenannte sympathische Magie). Diese Art von Magie war aber nicht, wie die Autoren schreiben, vom 16. bis zum 18. Jahrhundert verbreitet, vielmehr war sie uralt, und wird weltweit auch bei Naturvölkern benutzt.

Preis/Leistung und Fazit

Insgesamt ist das Buch teilweise unterhaltsam, teilweise anstrengend zu lesen. Für das Studium ist es eher überflüssig. Wer gerne medizinhistorische Anekdoten liest, ist mit einigen Kapiteln des Buchs gut bedient. Die Schlusskapitel sind definitiv nur für Fachärzte geeignet. Insgesamt: keine Empfehlung für Studierende, die 20 Euro kann man deutlich besser investieren.