Promotion

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, ob du eine Doktorarbeit schreiben willst? In welchem Fach oder Institut das sein soll? Und wann der geeignete Zeitpunkt dafür ist? Dieser Artikel soll dir ein kleiner Wegweiser bei dieser Entscheidung sein.

Wann fange ich an zu suchen?

Prinzipiell gibt es keinen festen Zeitpunkt, zu dem du zu suchen beginnen solltest. Vieles hängt von deiner persönlichen zeitlichen Einschätzung ab – du musst aber mindestens zwei Semester studiert haben, um genug “im Thema” zu sein. Die meisten Studierenden fangen erst nach dem Physikum mit ihrer Arbeit an – die Suche kann aber auch schon vorher stattfinden. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn du ein Forschungsfreisemester direkt nach dem Physikum in Betracht ziehst. Sicherlich ist es nicht verkehrt, eher früh als spät mit der Orientierung und Suche zu beginnen, denn auch ein Medizinstudium geht irgendwann zu ende und dann möchte man den Titel vielleicht ja schon gerne haben.

Wo fange ich an zu suchen?

Das Thema der Doktorarbeit muss nichts mit deinem späteren Fachwunsch zu tun haben – und es ergeben sich auch keine Nachteile dadurch, in einem anderen Gebiet Erfahrungen gesammelt zu haben. Wenn du schon a priori weißt, was DAS Thema ist, das dich brennend interessiert, spricht natürlich auch nichts dagegen, über dieses Thema zu promovieren! Es ist nicht leicht, die geeignete Doktorarbeit für sich zu finden. Hier zunächst ein paar Tipps, wo und wie man überhaupt suchen kann:

  • Die beste Möglichkeit: Bei den einzelnen Fachrichtungen und Instituten selber nachfragen, z.B. direkt bei den Professoren per Mail
  • In vielen Vorlesungen erwähnen die Dozenten am Anfang und am Ende die Doktorarbeiten, die ihr Institut zu vergeben hat.
  • Oft kommen Angebote über die Semestermailinglisten.
  • Im Medicampus-Portal gibt es ein Tool für Doktorarbeiten – dort kann man auswählen, für welche Fachrichtung und Art der Doktorarbeit man sich interessiert und bekommt dann entsprechende aktuelle Angebote sofort per Mail zugesandt.
  • Und die neuste Errungenschaft der Fakultät: Das Medizinerkolleg (MedK)

Was für Doktorarbeiten gibt es?

Das Spektrum reicht von reinen Literaturarbeiten, über klinische, statistische oder theoretische bis zu komplexen experimentellen Fragestellungen.

Welche Noten gibt es für eine Doktorarbeit?

Die Benotung weicht vom bisherigen Schulnotensystem ab, so dass an dieser Stelle kurz darauf eingegangen wird.

  • Insuffizenter (unzulänglich)
  • Rite (befriedigend)
  • Cum laude (gut)
  • Magna cum laude (sehr gut)
  • Summa cum laude (ausgezeichnet)

Was solltest du vorab im Gespräch mit dem potentiellen Betreuer klären?

Zeitrahmen

Wie lange soll die Doktorarbeit dauern? Unser Tipp: rechne zu der Angabe des Betreuers vorsichtshalber nochmals mindestens ein Drittel dazu… beim Schreiben einer Doktorarbeit ist von Murphy’s Law auszugehen: „Was schief gehen kann, geht schief!“

Fragestellung

Wie sieht die GENAUE Fragestellung aus? Lass dich nicht auf Arbeiten ein, deren Fragestellung lautet: „Geh mal ins Zentralarchiv, guck dir alle Akten an und sieh nach, ob du was Interessantes findest.“

Team

Bei Arbeiten in einer Arbeitsgruppe gilt das Gleiche, wie beim Erstellen einer Doktorarbeit zu zweit: Bin ich von den Ergebnissen anderer Leute abhängig? (Das ist nicht in jeder Arbeitsgruppe so!)

Betreuer

Wie ist der Betreuer zu erreichen? Hat er feste Sprechzeiten, ist er per Email  oder per Telefon zu erreichen, wie lange hast du gebraucht, um einen Termin für dieses erste Gespräch zu bekommen? An dieser Stelle ist vielleicht einmal ganz klar zu sagen, dass sich der Betreuer durchaus vom eigentlichen Doktorvater/-mutter unterscheidet: ein/e Doktorvater/-mutter kann nur ein/e Habilitierter/e (also ein Privatdozent oder Professor) sein. Dieser ist der „offizielle Betreuer“ der Arbeit. An vorderster Front hat es der Doktorand aber meist mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter zu tun. Und natürlich muss auch (oder vor allem) dieser gut zu erreichen sein. Vielleicht ist die Qualität der Betreuung sogar das Wichtigste bei einer Promotion.

Hier findest du die Promotionsordnung, auf die du in jedem Fall einen Blick riskieren solltest: http://campus.uni-muenster.de/promotionsordnung.html